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Expertenbeitrag

 Oliver Skrabl

Oliver Skrabl

Projectmanager UI/UX, BUSSE Design+Engineering GmbH

Dieser Beitrag ist im Rahmen des Themenspecials "Industrie 4.0" erschienen.

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Virtuelle Prototypen Augmented Reality: Wie die Produktentwicklung profitiert

| Autor / Redakteur: Oliver Skrabl / Sebastian Human

Keine Geschäftsreisen, keine Face-to-Face Besprechungen. Aber auch in Corona-Zeiten muss die Produktentwicklung weitergehen. Dabei hilft Augmented Reality– zum Beispiel mit virtuellen Prototypen. Wie kann das aussehen?

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Der virtuelle AR Prototyp als Lösung für eine reibungsfreie Produktentwicklung in Situationen ohne Face-to-Face Termin.
Der virtuelle AR Prototyp als Lösung für eine reibungsfreie Produktentwicklung in Situationen ohne Face-to-Face Termin.
(Bild: BUSSE Design+Engineering )

In der Produktentwicklung sind Prototypen und Designmodelle ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zu einem erfolgreichen Produkt. Bedienung und Ergonomie lassen sich überprüfen, um Verbesserungen für das Serienprodukt zu definieren. Auch in der Vorstellung der Entwicklungsstände bei den Führungsgremien und ersten Anwendern spielen Prototypen eine wichtige Rolle.

In der aktuellen Corona-Krise ist es vielen Firmen und deren MitarbeiterInnen derzeit nicht möglich Face-to-Face Abstimmungen an einem Prototyp durchzuführen und valide Entscheidungen zu treffen. So drohen sich Projekte und Markteinführung zu verzögern oder mit erhöhtem Risiko zu starten, da im Vorfeld nicht genügend abgestimmt wurde.

Die Lösung: Virtuelle Prototypen in AR – fast zum Greifen nah

Virtuelle Designmodelle in AR können hier den Prozess der Produktentwicklung verbessern und darüber hinaus die digitale Produktvorstellung unterstützen: Sie überwinden Distanzen und bieten allen Projektbeteiligten die Möglichkeit, unabhängig voneinander mit dem Produkt zu interagieren.
Die Prototypen kommen virtuell zu den Teammitgliedern und lassen sich schnell und unkompliziert auf Smartphones oder Tablets im Kontext der Umgebung anzeigen – sogar ohne zusätzliche App. Momentan ist die Darstellung von AR per Smart Device eine gängige Lösung für den Endanwender. Sogenannte Smart Glasses werden jedoch immer attraktiver und steigern das Mixed-Reality-Erlebnis noch weiter, was zu einer noch besseren User Experience führt.

Unabhängig vom Device, mit welchem betrachtet wird: Die Nutzerinnen und Nutzer können um das virtuelle Objekt herumlaufen oder Details aus nächster Nähe betrachten. Erste Prototypen sowie Design- und Farbvarianten lassen sich dadurch sehr realitätsnah erleben. Das Ergebnis ist dabei je nach Detaillierungsgrad täuschend echt und damit fast zum Greifen nah.

Sehr hilfreich bei der virtuellen Betrachtung in der realen Umgebung ist die Eins-zu-eins-Darstellung der Produkte. So kann man den AR-Prototyp im jeweiligen Kontext mit physischen Serienprodukten oder Produkten von Mitbewerbern vergleichen.

Ist im iterativen Entwicklungsprozess ein neues Modell oder eine weitere Variante verfügbar, ist der virtuelle AR-Datensatz schnell an alle beteiligten Personen verteilt – und damit sofort wieder auf dem Smart Device verfügbar. Genauso können Individualisierungsoptionen und Farbvarianten auch dem Endkunden später live visualisiert werden. In puncto Geschwindigkeit kann hier kein herkömmliches Modell mithalten. Es müsste erst gefertigt und verschickt werden. Hinzu kommt, dass ein solcher physischer Gegenstand natürlich nicht bei allen Personen gleichzeitig sein kann.

Hilfreiches Tool auch für den Vertrieb

Für Vertriebsmitarbeiterinnen und Vertriebsmitarbeiter war es bislang selbstverständlich, den Kunden auf Messen oder vor Ort, Neuheiten im persönlichen Dialog zu präsentieren.

Durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist das allerdings gerade nicht mehr möglich. Hier zeigt sich ebenfalls die Stärke von Augmented Reality: Der Vertriebstermin findet zum Beispiel als Videokonferenz statt und der Kunde kann die Produkte als AR-Modell auf seinem Device betrachten und zum Beispiel dort platzieren, wo er sie einsetzen möchte.

Auch nach der Krise eine zukunftweisende Technik

Doch auch nach den derzeitigen Einschränkungen ist die virtuelle Ergänzung des Prototypenbaus eine effiziente Lösung.

Bei der Herstellungszeit und den Kosten kann der herkömmliche Modellbau schlichtweg nicht mithalten. Hinzu kommt, dass durch virtuelle Prototypen künftig auch einige Geschäftsreisen entfallen, sowie Material und Transportkosten eingespart werden können.

Um ein Produkt zur Serienreife zu bringen, ist ein abschließender physischer Prototyp und dessen Erprobung allerdings weiterhin unerlässlich. Um Zwischenergebnisse zu visualisieren, verschiedene Varianten zu vergleichen oder um die Zusammenarbeit zu erleichtern, ist Augmented Reality in der Produktentwicklung jedoch eine wichtige und zukunftsweisende Technik.

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 Oliver Skrabl

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