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Orientierungshilfe Industrie 4.0

Auf dem Weg zur eigenen Smart Factory

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Sicherheit in Industrie 4.0

Eine der meistgestellten Fragen auf dem Weg zur Smart Factory ist die, wie sich Industrie 4.0 und auch Sicherheit in bestehende Anlagen integrieren lässt. Winzenried: „Hier wird es ganz alte Maschinen geben, die sowohl mechanisch als steuerungstechnisch nicht integrierbar sind, alle anderen können entweder über Gateways und Firewalls abgeschottet in offene Netzwerke integriert werden oder bei neueren Maschinen direkt mit eingebauten sicheren Netzwerken ausgerüstet sein. Jedes vernetzte Gateway oder jede direkt vernetzte Maschine benötigt eine sichere eindeutige Identität.“

Oliver Winzenried, Wibu Systems: "Sicherheitsbedenken und Know-how-Schutz werden oft als Einwand gegen die Umsetzung genannt."
Oliver Winzenried, Wibu Systems: "Sicherheitsbedenken und Know-how-Schutz werden oft als Einwand gegen die Umsetzung genannt."
(Bild: Wibu Systems)

Wibu Systems beschäftigt sich mit Software- und Datensicherheit für die Industrie. Im Fokus stehen spezielle Schutzmechanismen wie kryptografische Verschlüsselungsverfahren. Dabei können Sender und Empfänger beim Datenaustausch nachprüfen, dass sie auch wirklich mit dem Richtigen kommunizieren. Namhafte Industrieunternehmen zählen zu den Kunden des Mittelständlers, doch auf den ersten Blick zu sehen ist die Sicherheits-​technologie der Karlsruher nicht; sie schützt unsichtbar in der Maschine vor unberechtigten Zugriffen auf sicherheitskritische Daten.

Auf der Hannover Messe zeigen die Karlsruher mit dem Code Meter eine Lösung für Unternehmen, die Standard- oder Embedded-Software für Maschinen, Anlagen oder intelligente Geräte entwickeln, welche Schutz vor Reverse Engineering und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle durch Lizenzierung bietet. „Die Schutz- und Lizenzierungslösung Code Meter lässt sich auch sehr gut nachrüsten, denn die ,Vertrauensanker‘ gibt es in Form kleiner Cm-Sticks für USB oder als Cm-Cards, die zum Beispiel eine normale Industrie-SD-Speicherkarte durch eine mit zusätzlichem Code-Meter-Chip ersetzt. Hier können dann sichere Berechtigungen und auch Zertifikate und Schlüssel, zum Beispiel für OPC UA, über unsichere Kommunikationswege mit der Code Meter License Central ausgerollt werden“, erklärt Winzenried das Konzept.

Herausforderungen Industrie 4.0

Doch Sicherheitsaspekte sind nicht die einzige Herausforderung auf dem Weg zu einer vernetzten Produktion. Die Problematik bei Industrie 4.0 ist, dass viel Unwissen verbreitet wird. Beispielsweise wird in manchen Umfragen erfasst, wer Industrie 4.0 bereits integriert hat. Dabei wird eines vergessen: Es gibt keine endgültige Definition von Industrie 4.0. Das heißt, selbst wenn alles umgesetzt wurde, was heute als Industrie 4.0 gilt, wird es noch weitergehen. Es wird immer weitere Schritte geben. Es ist eine Evolution, die sich sukzessive in eine Richtung entwickelt: mehr Konnektivität, mehr smarte Lösungen in allen Bereichen und daraus resultierend natürlich auch neue Geschäftsmodelle.

Kuka ist sich der Möglichkeiten durch Industrie 4.0 durchaus bewusst. Ruskowski: „Das Potenzial zu weiteren Entwicklungen ist groß: Mit entsprechenden Kommunikations- und Datenstandards wie dem Echtzeit-Kommunikationsstandard TSN (Kasten) kann ein ,Internet of Automation‘ entstehen, das durchgehende Produktionsdaten, neuartige Fertigungsprozesse und flexible Vernetzung und reaktive Komponenten kombiniert. Das wäre der Durchbruch zu smarten Steuerungs- und Fertigungslösungen.“

Winzenried warnt jedoch eindrücklich davor, sich auf dem Weg zur Industrie 4.0 rein auf die Technik zu fokussieren: „Wichtig ist es, die Menschen mitzunehmen, in Weiterbildung zu investieren und bei der Vernetzung schrittweise vorzugehen. ,Security‘ muss von Anfang an integriert werden, zum einen aus Safety-Sicherheitsgedanken – also zum Schutz von Umwelt und Mensch, Und zum anderen auch aus Security-Gedanken – also um Cyberattacken, Manipulation und auch Fehlbedienung auszuschließen. Ganz wichtig ist es, immer den Mehrwert im Kopf zu haben in der Reihenfolge Unternehmensmehrwert – Kundennutzen – Kostenreduktion durch Energie- und Materialeffizienz.“ MM

Dieser Beitrag ist auf unserem Partnerportal MM MaschinenMarkt erschienen.

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