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Internet- Tipps für die Feiertage Auch Ostern wird jetzt digital

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Osterfeiertage werden für die meisten Menschen völlig anders ablaufen als sonst. Keine Urlaubsreise, kein Familientreffen in großer Runde, kein Kirchgang. Und für viele auch kein Ausflug ins Grüne. Glücklicherweise bietet das Internet allerlei Zerstreuung am langen Wochenende.

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Mit Schokohasen sind Deutschlands Supermarktregale trotz Coronakrise gut bestückt. Viele andere Osterbräuche muss man sich aber verkneifen - sei es der Kirchgang oder der Kurztrip nach "Malle".
Mit Schokohasen sind Deutschlands Supermarktregale trotz Coronakrise gut bestückt. Viele andere Osterbräuche muss man sich aber verkneifen - sei es der Kirchgang oder der Kurztrip nach "Malle".
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Haben Sie für Ostern schon was vor - also, außerhalb der eigenen vier Wände? Dann vergessen Sie das am besten ganz schnell. Die Kolleginnen und Kollegen von Focus Online haben recherchiert, in welchem Bundesland man was machen und was nicht. Fazit: Die Sache ist, um mit Mao Zedong zu sprechen, kompliziert.

Ist es möglich als Baden-Württemberger seine Oma in Bayern zu besuchen oder ein Kölner seine Freundin in Sachsen? Je länger man drüber nachdenkt, umso undurchsichtiger wird die ganze Geschichte. Deshalb unser Rat. Bleiben Sie, bevor Ihnen irgendwelche Anzeigen oder Bußgelder drohen, einfach "dahoam" (wie man hier in Bayern sagt).

Statt Surfen zu gehen, surfen Sie lieber im Internet. Denn dort gibt es jede über Ostern Menge allerlei Attraktionen und Sensationen, aber auch die Gelegenheit zu religiöser Einkehr und Besinnung. „In diesem Jahr heißt es nicht nur Frohe Ostern, es heißt auch Digitale Ostern“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bitkom, Dr. Bernhard Rohleder. Ein paar Tipps dazu hat der Verband zusammengestellt - die wir noch und ein paar weitere ergänzen wollen.

Online-Gottesdienstbesuche

An den Oster-Feiertagen sind die Kirchen gewöhnlich voller als sonst – doch in diesem Jahr bleiben wegen Corona die Türen geschlossen. Dafür übertragen eine Vielzahl von Gemeinden den Gottesdienst als Stream im Internet. Auch im Fernsehen und im Radio finden Übertragungen statt. Das ersetzt für viele Gläubige zwar nicht den Kirchgang, bietet aber gleichzeitig die Chance, auch einmal eine Messe in einer Kirche in München, Köln oder Leipzig zu besuchen.

Katholiken finden eine Übersicht von Angeboten unter fernsehen.katholisch.Allerdings kann es sich lohnen, auf der Internetseite des eigenen Bistums noch einmal nachzuschauen, denn dort gibt es teilweise weitere Streaming-Angebote.

Protestanten finden bei der EKD unter www.ekd.de eine Übersicht über TV- und Radiogottesdienste. Streaming-Angebote muss man sich auf den Webseiten der einzelnen Landeskirchen heraussuchen.

So bietet etwa die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Lausitz unter www.ekbo.de/livestream ebenso eine solche Übersicht wie die Evangelische Kirche im Rheinland unter www.ekir.de/www/service/gottesdienste-digital-32212.php.

Das virtuelle Familientreffen

Für viele fällt in diesem Jahr das Familientreffen bei Eltern und Großeltern zu Ostern aus. Doch man kann auch virtuell zusammen Kaffeetrinken. Wenn man sich für einen bestimmten Zeitpunkt verabredet und dann alle über Videotelefonie zusammenbringt. Dazu kann man weit verbreitete Apps wie FaceTime (wenn alle Teilnehmer ein iPhone zur Hand haben) oder Duo (wenn alle Android von Google nutzen) einsetzen - oder aber auch Programme, die auf allen Plattformen laufen wie Skype.

Wem die Bildschirme von Handys, Tablets oder PCs für diesen Zweck zu klein sind, der kann auch sein Smart-TV nutzen, um die anderen zu sehen und zu hören. Alle Dienste unterstützen Videoanrufe mit einer zweistelligen Zahl von Teilnehmern, was für die meisten Familienfeiern genügen dürfte.

Natürlich kann man auch zu einer Videokonferenz einladen, zu der sich dann jeder Teilnehmer selbst einwählt. Es gibt eine Vielzahl von Anbietern wie Zoom, Cisco Webex oder meet.jit.si (hier muss man sich nicht registrieren), mit denen man sehr einfach und für Privatverbraucher kostenlos eine „virtuelle Familienfeier“ durchführen kann. Einer organisiert die Konferenz und sendet dann einen Link mit der Uhrzeit, wann es losgeht, an alle Teilnehmer.

In aller Regel muss man diesen dann nur auf seinem Endgerät öffnen und schon kann es losgehen. Für Smartphones und Tablets muss meistens vorher noch eine App installiert und eingerichtet werden. Es empfiehlt sich, gerade mit Familienmitgliedern, die vielleicht nicht so technik-affin sind, einen ersten Test vor den Feiertagen zu machen und ihnen beim ersten Mal via Telefon zu helfen.

Spiel und Spaß

Wenn man sich gerade virtuell beim Oster-Kaffee gegenüber sitzt, kann man daraus in einen Spielenachmittag übergehen. Spiele wie „Mensch ärger Dich nicht“ oder Schach lassen sich problemlos auf diese Weise spielen, wenn jeder das Brett vor sich aufbaut und die Züge des anderen mitmacht. Aber auch eine Partie Kniffel funktioniert so – und wer zusammen einen Spieleklassiker wie „Tabu“ spielt, kann ähnlich viel Spaß haben wie wenn man im selben Raum sitzt.

Aber auch wer sich (oder seinen Kindern) die Osterzeit spielend vertreiben will, findet im Web Angebote. Die Spiele-Plattform itch.io bietet eine große Auswahl kostenloser Spiele für jede Altersgruppe. Wer schon etwas älter ist, der wird sich über die Sammlung von Spiel-Klassikern beim „Internet Archive“ freuen.

Und wer das Knobelspiel Foldit spielt, hilft dabei sogar der Wissenschaft. Ziel ist es, Proteine zu falten - und dabei das Wissen über Proteine zu vergrößern. Denn je mehr die Wissenschaft über Proteine weiß, desto besser können neue Proteine gestaltet werden, um mit ihnen Krankheiten zu bekämpfen. Weitere Vorschläge für digitalen Spaß hat der Bitkom hier gesammelt.

Bitkom-Übersicht zu Konzerten und Lesungen im eigenen Wohnzimmer

Die Osterferien und -feiertage nutzen viele Menschen normalweise auch für einen Konzert- oder Theaterbesuch. Das ist trotz Corona möglich – virtuell. Dafür hat man eine deutlich größere Auswahl an Spielstätten, die man besuchen kann, schließlich entfällt die Anreise. Und die meisten Angebote sind aktuell sogar kostenlos. Bitkom hat eine Übersicht über Kultur-Angebote in Zeiten der Corona-Krise erstellt, von Konzerten über Theateraufführungen bis zu Lesungen.

Unter dem Motto "Die Wiener Staatsoper ist geschlossen, spielt aber täglich online", kann man auch zuhause große Oper und Ballett erleben. Seit 15. März 2020 zeigt die Wiener Staatsoper über ihre Streaming-Plattform täglich Aufzeichnungen früherer Opern- und Ballettvorstellungen – weltweit und kostenlos. Dabei kann dieses Online-Programm mit wenigen Ausnahmen sogar dem ursprünglich geplanten Spielplan folgen. Am 11. April gibt es das Ballett Sylvia von Léo Delibes, am 12. April Richard Wagners "Parsifal" (Vorstellung vom 13. April 2017).

Die Bayerische Staatsoper in Münchenstreamt vom 11. bis 25. April die Oper "Frau ohne Schatten" von Richard Strauss und Berliner Gegenstück, die Staatsoper unter den Linden, hat eine Aufzeichnung von Wagners "Tristan und Isolde" auf die Website gestellt. Die Aufführung unter Leitung von Daniel Barenboim riss viele Kritiker zu wahren Begeisterungsstürmen hin.

Berliner Philharmoniker spielen in der Digital Concert Hall

Wer mehr der Symphonik frönt, der sollte unbedingt die Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker besuchen. Auch beim Boston Symphony Orchestra lohnt es sich, mal reinzuklicken. Bis 20. Mai kann man dort das "Concert for our City" erleben. Geboten wird ein buntes Programm, das neben "Klassik-Reißern" auch Zeitgenössisches umfasst.

Nicht minder lohnenswert: das große Audioarchiv des amerikanischen Eliteorchesters. Weltberühmte Solisten und Dirigenten - darunter Rudolf Serkin, Emmanuel Ax, Isaac Stern, Leonard Bernstein, Charles Munch, Bernard Haitink, Seiji Ozawa und Andris Nelsons geben sich dort ein Stelldichein.

Pianist Igor Levit lädt ein zum Hauskonzert auf Twitter

Der Pianist Igor Levit veranstaltet täglich um 19 Uhr auf Twitter beim ein Hauskonzert.

Und wer Kinder hat, wird vielleicht auf das Angebot des Puppentheater „Mirakulum“ zurückgreifen und sich zusammen „Die drei Wünsche oder Das verwurstelte Glück“ anschauen.

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