Warenverfolgung

Asset Tracking in unwegsamen Umgebungen

| Redakteur: Sebastian Human

Holz ist ein beliebtes Diebesgut.
Holz ist ein beliebtes Diebesgut. (Bild: Pixabay / CC0)

Asset Tracking spielt in der Logistik eine zentrale Rolle: Mittels Warenverfolgung in Echtzeit kann der genaue Aufenthaltsort von Gütern definiert werden. Doch nicht nur in der klassischen Logistikbranche besteht hier Bedarf, auch die Forstwirtschaft kann von der Technik profitieren - beispielsweise um Holzdiebstahl zu bekämpfen.

Telematiksysteme dienen im Flottenmanagement traditionell dem technischen Fahrzeugmanagement, bei dem technische Daten des Fahrzeugs kontinuierlich übertragen und ausgewertet werden. Dabei werden allerdings oft nicht nur die Flotten, sondern auch deren Ladung verfolgt. Infolgedessen ist es üblich geworden, dass sowohl die Fahrzeuge als auch die von ihnen transportierten Container mit einer Art Ortungsgerät ausgestattet sind.

In den Wäldern Deutschlands wurde die Lastverfolgung in den letzten Jahren auf neue, ökonomische Maßstäbe gehoben. Kleine GPS-Ortungsgeräte wurden in winzige Risse in riesigen Baumstämmen eingebaut, um Holzdiebstahl im Wald zu bekämpfen.

Rückgang der Diebstähle

Das Einsetzen der Tracker in die Baumstämme hat sich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch als wertvoll erwiesen. Vor dem Einsatz des Tracking-Systems verzeichnete die Region Hessen-Wald laut Pressesprecherin Petra Westphal Holzdiebstähle im hohen sechsstelligen Bereich; heute sei das Problem nahezu behoben. So soll es laut Bereichsleiter Produktion Ulrich Gerhold seither in Jesburg nur vier Fälle von Holzklau pro Jahr gegeben haben.

Der Sender im Tracking-System ist so klein, dass er problemlos in Baumspalten installiert werden kann und für Diebe unsichtbar bleibt. Werden Stämme, die den Tracker enthalten, bewegt, aktiviert ein Bewegungssensor den Sender und beginnt, die Position der Stämme per Satellit zu verfolgen. Gleichzeitig wird ein zuständiger Mitarbeiter alarmiert und kann die Bewegung des Holzes am Computer verfolgen. Wird diese Bewegung als unbefugt angesehen, wird die Polizei informiert, und die gestohlene Ladung kann abgefangen und geborgen werden.

Hardwarelösung von Telic

Die GPS-Geräte wurden der Forstkommission von Telic zur Verfügung gestellt, einem deutschen Hersteller von Telematikgeräten und Asset-Tracking-Systemen, der sich auf die Vermarktung robuster Geräte für den Einsatz unter extremen Umweltbedingungen spezialisiert hat. Sie basieren auf einem Modul des IoT-Spezialisten Telit, das die GPS-Signalisierung mit einem 2G-Mobilfunksignal verbindet. Dieses verfügt über Funkeigenschaften, die die Abdeckung breiter Gebiete mit begrenzter oder niedriger Bevölkerung gewährleisten sollen.

„Die Telematik in der Transportbranche umfasst heute zwei Bereiche“, so Tomer Lavie, Telit SVP EMEA Sales. Einerseits gebe es den ursprünglichen fahrzeugbasierenden Markt, der sich um das Wohlergehen des Fahrers und dessen Sicherheit konzentriert. Andererseits umfasse der Markt aber auch den Bereich Asset-Tracking. Hier müsse man die Kosten der Tracking-Lösung in Relation zum Wert der Ladung betrachten.

Größte Herausforderung: Kosten

Diese Kostenrechnung stellt Unternehmen häufig vor die Herausforderung, welche GPS/GNSS- oder RF-Technologie in einem Ortungsgerät verwendet werden sollen, um die Anforderungen des zu verfolgenden Objekts zu erfüllen. Dabei stellt sich die Frage: Ist die Verfolgung auf Anlagenebene oder auf Verpackungsebene - also auf der Palette – oder gar auf der Ebene der Transportfahrzeuge erforderlich? Da jeder Anwendungsfall anders ist, wird es schwierig, eine einheitliche Lösung für alle Arten von Hardwarekomponenten zu finden, die alle Variablen auf kostengünstige Weise abgleichen kann.

Ein Kriterium für den Markterfolg wird es sein, die Kosten der Hardware so zu reduzieren, dass sich die Verfolgung eines einzelnen Stammes lohnt. Unternehmen selbst wollen dabei möglichst kostengünstig agieren, weshalb es wichtig ist, zu wissen, welche GPS/GNSS und RF-Technologien benötigt werden, um die Verfolgung im Einzelfall ökonomisch rentabel zu gestalten. Die Frage ist immer die gleiche: In welchem Verhältnis stehen die Kosten der Lösung zum Wert der Ladung? Eins ist sicher: die deutsche Forstkommission ist mit ihrem Projekt nicht auf dem Holzweg.

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