MICA.network EXPERT DAY Asset Tracking für IIoT und Logistik

Redakteur: Jürgen Schreier

Hardware, Apps und Community: Die MICA, die von HARTING entwickelte Modular Industry Computing Architecture, ermöglicht den Einstieg in vielfältige IIoT-Lösungen. Beim MICA.network EXPERT DAY am 21. September 2017 steht das Thema Asset Tracking auf der Agenda.

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Die MICA ist eine modulare Plattform aus offener Hardware und Software. Im Unterschied zu Einplatinen-Computern wie Raspberry Pi ist die Platine dreigeteilt. Eine davon kann frei bestückt werden. Formfaktor und Schutzart bleiben so auch bei Hardware-Anpassungen bestehen.
Die MICA ist eine modulare Plattform aus offener Hardware und Software. Im Unterschied zu Einplatinen-Computern wie Raspberry Pi ist die Platine dreigeteilt. Eine davon kann frei bestückt werden. Formfaktor und Schutzart bleiben so auch bei Hardware-Anpassungen bestehen.
(Bild: HARTING)

MICA: Dieses Kürzel steht bei HARTING für „Modular Industry Computing Architecture“. Es handelt sich um ein kleines Computer-System, das auf völlig neue Art – optimiert und passend für Industrie 4.0 im IoT – entwickelt wurde. Der auf der Hannover Messe 2016 mit dem Hermes-Award ausgezeichnete Minicomputer dient beispielsweise zum Erfassen von Sensordaten, zur Zusammenarbeit mit SPS-Systemen sowie zur Kommunikation mit zentralen IT-Systemen und mit der „Cloud“. Damit werden flexible Lösungen für die „Integrated Industry“ (Industrie 4.0) realisiert.

Die Plattform besteht aus Hardware- und Software-Modulen (Apps). Dazu gesellt sich eine Community plus Entwicklerplattform, das MICA.network „Die Community will einen regelmäßigen Austausch unter allen Beteiligten pflegen, ganz im Sinne des kollaborativen Netzwerk-Gedankens“, betont Dr. Jan Regtmeier, Director Product Management bei HARTING IT Software Development.

Dr. Jan Regtmeier, Director Product Management bei HARTING IT Software Development: „Die Community will einen regelmäßigen Austausch unter allen Beteiligten pflegen, ganz im Sinne des kollaborativen Netzwerk-Gedankens.“
Dr. Jan Regtmeier, Director Product Management bei HARTING IT Software Development: „Die Community will einen regelmäßigen Austausch unter allen Beteiligten pflegen, ganz im Sinne des kollaborativen Netzwerk-Gedankens.“
(Bild: elektrotechnik)

MICA.network EXPERT DAY 2017: Asset Tracking im Fokus

Die nächste Gelegenheit, sich über die "MICA-Welt" und konkrete Anwendungen dieser Technologie zu informieren, bietet am 21. September 2017 der MICA.network EXPERT DAY in Minden. Im Rahmen dieser Veranstaltung präsentieren Experten von Comtac, Favendo, HARTING, Itelligence, PCO und T-Systems Lösungen und Anwendungsbeispiele rund um das Thema Asset Tracking.

Mit Technologien wie Barcode, Beacons, LoRa und RFID lassen sich praktisch alle Gegenstände digital und drahtlos identifizieren. Asset Tracking eröffnet zahlreiche Vorteile für Industrieunternehmen und gilt als "Türöffner" für Industrie-4.0-Lösungen.

Vorgestellt werden beim MICA.network Expert Day geeignete Technologien, Lösungen und Anwendungsbeispiele: Digitales Asset/Device Management, Automatisierung von Materialflüssen, Kanban, One-Piece-Flow oder ortsgenaue Lokalisierung. Die Teilnehmer lernen die Anwendungsmöglichkeiten der verfügbaren Technologien kennen und erfahren, wie die Asset Tracking in IT-Systeme integriert werden können.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, an einer anschließenden Werksführung bei der HARTING Technologiegruppe teilzunehmen. Bei dem Rundgang wird unter anderem eine RFID-Anwendung zur Identifikation von Werkzeugen einer Spritzgussmaschine vorgestellt, mit deren Hilfe eine Predictive-Maintenance-Lösung umgesetzt wurde.

Das kostenfreie Tagesseminar wendet sich an Betriebsleiter, Supply Chain Manager sowie Fach- und Führungskräfte aus der Produktionslogistik und der Systemintegration. Weitere Infos über den MICA.network EXPERT DAY und Anmeldungen unter www.mica.network/events/expert-day-asset-tracking/?utm_source=IndustryofThings

IBM - Partner im MICA.network

Das MICA-Partnernetzwerk, das am 30. Juni 2016 bei bei einem Kick-off in der Robotation Academy in Hannover aus der Taufe gehoben wurde, expandiert. Denn ohne Netzwerken geht es nicht. "Industrie 4.0 macht keiner allein.". Das steht für Andreas Huhmann, Strategy Consultant Connectivity & Networks bei der HARTING Technologiegruppe, fest. Industrie 4.0 verlange nach einem Wissensfundus, den kaum ein Unternehmen selbst liefern könne. "Und wenn man versucht, eine Lösung monopolistisch aufzubauen, dann dauert es sehr lange – eventuell unendlich lange“, so der HARTING-Technologieexperte.

Andreas Huhmann, Strategy Consultant Connectivity & Networks bei der HARTING Technologiegruppe: "Industrie 4.0 macht keiner allein."
Andreas Huhmann, Strategy Consultant Connectivity & Networks bei der HARTING Technologiegruppe: "Industrie 4.0 macht keiner allein."
(Bild: HARTING)

Folglich "ruft" Industrie 4.0 mit seinen komplexen Wertschöpfungsnetzwerken nach entsprechenden Partnernetzwerken, will man die Ersteren beherrschen. Bezogen auf die MICA sieht sich HARTING mit seinem Partnernetzwerk gut aufgestellt. Immer weitere Partner stoßen hinzu, die dem Markt neue und nutzenstiftende Services anbieten.

Aktuell tauschen sich 20 Partnerunternehmen im MICA.network über die Anwendungsmöglichkeiten des "MICA-Baukastens" aus. Seit einigen Monaten mit dabei ist auch IBM - einer großen Global Player der IoT-Szene. Ziel der Zusammenarbeit zwischen HARTING und IBM ist, die von der MICA gesammelten Daten in einer Cloud-Lösung zu verarbeiten. Im Rahmen dieser Partnerschaft entstand ein Projekt zur Erfassung des Energieverbrauchs der in der HARTING-Fertigung eingesetzten Spritzgussmaschinen. Die Daten werden in der IBM-Bluemix-Plattform erfasst und sollen mit der IBM-Watson-Technologie zu wertvollen Informationen verwandelt werden.

„Die Zusammenarbeit mit IBM hat den Vorteil, dass die Daten sofort in der Cloud zuverlässig und rasch verarbeitet werden können. Zudem ist die Cloud-Lösung kostengünstig, da keine Investitionskosten für eine umfangreiche Server-Infrastruktur anfallen“, erläutert HARTING-Softwareexperte Dr. Jan Regtmeier. So will der Automatisierer aus Espelkamp den Energieverbrauch seiner Kunststoff-Maschinen jederzeit unter Kontrolle haben.

Auch für das Energiemanagement in rauen Umgebungen soll sich die MICA-Technologie eignen. So bietet z.B. das Unternehmen EPS Energy mit „better solutions by enerchart“ eine Lösung mit Merkmalen wie Dashboards oder Heat-Maps an, um das Energiemanagement nach EN 50001 zu erfüllen. EPS Energy hat sich daher als Anbieter ganzheitlicher Systemlösungen im Bereich Energiemanagement speziell nach EN 50001 im Markt positioniert. „Bei unserer Lösung fungiert die MICA Energy als Datenkonzentrator. Sie unterstützt Stromzähler und Drucksensoren bei der Erfassung aller relevanter Daten“, sagt Holger Heidenblut, Leiter Produkt- und Projektmanagement bei EPS Energy.

„Die Daten aus der Produktion sind der Schlüssel für die zukünftigen neuen Services und damit der Steigerung von Verfügbarkeit und Flexibilität in komplexen Wertschöpfungsnetzwerken. An diesen Wertschöpfungsnetzwerken sind immer viele unterschiedliche Partner beteiligt“, erklärt Strategy Consultant Andreas Huhmann.

Die MICA-Familie bekommt Zuwachs

Aber auch hardwareseitig hat sich in letzter Zeit so einiges getan: So hat HARTING die MICA-Produktfamilie um zusätzlichen Modelle erweitert, die aus der Anwendungspraxis und auf Anregungen aus dem Kundenkreis entwickelt wurden.

Die MICA 2 bietet mit einem Dual-Core-Prozessor, 4 GB RAM, und 16 GB eMMC die drei- bis fünffache Rechenleistung der MICA Basic.

Die MICA Wireless kombiniert die Rechenleistung der MICA 2 mit integrierten Schnittstellen für drahtlose Kommunikation einschließlich GSM, WLAN, Bluetooth und GPS ohne die Funktionsplatine zu belegen. Damit entsteht eine hochflexible Lösung zur Datenerfassung und –kommunikation ohne die Notwendigkeit, Verkabelungen durchzuführen.

Die MICA Wireless kombiniert die Rechenleistung der MICA 2 mit integrierten Schnittstellen für drahtlose Kommunikation einschließlich GSM, WLAN, Bluetooth und GPS ohne die Funktionsplatine zu belegen.
Die MICA Wireless kombiniert die Rechenleistung der MICA 2 mit integrierten Schnittstellen für drahtlose Kommunikation einschließlich GSM, WLAN, Bluetooth und GPS ohne die Funktionsplatine zu belegen.
(Bild: HARTING)

Mit der MICA Energy können Daten von Stromzählern und Stromwandlern ausgelesen, verdichtet und an MES- und ERP-Systeme weitergeleitet werden. Durch die Integration der OpenSource-Zeitreihendatenbank v und der Dashboard-Software Grafana können Auswertungen und Visualisierung auch direkt auf der MICA erfolgen.

Die MICA-Terminal-Variante bietet mit USB und Videoanschlüssen eine robuste Lösung für Kioske, Touch Panels, oder die Nachrüstung von HCI an Maschinen. Die integrierte Software erlaubt sowohl das Erstellen von browser-basierten Lösungen, als auch die Entwicklung von Lösungen mit qt (Software Library).

Für OEMs und Kunden, die eigene Lösungen erstellen wollen, bietet der Automatisierungsspezialist aus Espelkamp inzwischen auch MICA-Bausätze an, die mit eigenen Funktionsplatinen ausgerüstet und montiert werden können. 3D- und Layout-Daten zur Entwicklung stehen kostenlos auf www.harting-mica.com/dokumentation zur Verfügung.

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