Arbeiten 4.0

Arbeit wird in der digitalen Welt neu definiert

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Arbeitnehmervertreter sind gefordert

Trotzdem wird Industrie 4.0 Auswirkungen auf die Arbeitsplätze und die Beschäftigung haben. Welche das sein werden, zeigte Torsten Ratzmann, Vorstand Produktion und Logistik bei der Harting KGaA,einem Hersteller von Netzwerkkomponenten für die Produktion, im Rahme eines Presseevents in Espelkamp auf. „Die Arbeitsinhalte werden auch in Zukunft geprägt von hoher Komplexität, Kundenindividualität und unregelmäßiger Wiederholbarkeit sein“, sagte Ratzmann. Die Anforderungen an die zeitliche, inhaltliche und räumliche Flexibilität der Mitarbeitenden werden signifikant steigen, so der Manager weiter.

Dabei kann die Digitalisierung Segen sein, aber auch Fluch zugleich. Darauf wies der frischgebackene IG-Metall Chef Jörg Hofmann beim 23. Ordentlichen Gewerkschaftstag der Arbeitnehmerorganisation hin. Cyberphysikalische Systeme, Leichtbauroboter, Intelligenz in Produkt und Material, dazu realtime verfügbare riesige Datenmengen sind für ihn keine Zukunftsszenarien mehr. „Einerseits handelt es sich um klassische Rationalisierungstechnologien. Aber zugleich entstehen völlig neue Tätigkeitsprofile und damit auch neue Qualifikationsanforderungen“, konstatiert der Gewerkschafter.

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Die Frage sei nur: Welche Tätigkeiten fallen weg, durch welche werden sie ersetzt? Steuert und kontrolliert die Maschine den Menschen oder unterstützt die Maschine den Beschäftigten beim Bewältigen komplexer Arbeitsverrichtungen? Im Hause Daimler bekennt man sich zur letzteren Option, womit auch auf die Betriebsräte neue, anspruchsvolle Aufgaben zukommen . Für Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht steht außer Frage, dass durch die Bündelung vielfältiger Aufgaben neue Typen der Industriearbeit entstehen werden.

Wissensarbeit nimmt zu

„Tendenziell nimmt aus unserer Sicht der Anteil von Dienstleistungs- und Wissensarbeit zu und die Anteile von Administration und einer Produktion eher etwas ab“, erklärt Brecht. Ziel sei es, die Technik dem Menschen anzupassen. Denn neue Techniken sollen den Beschäftigten bei der Arbeit helfen und humaner machen. Und da sind die betrieblichen Arbeitnehmervertretungen mit im Boot und geforderter denn je.

Schon heute sei es erforderlich, so die Beratungsfirma Ingenics und das Fraunhofer-IAO in ihrer gemeinsamen Studie „Industrie 4.0 – Eine Revolution der Arbeitsgestaltung“, die morgen benötigten Qualifikationen und Kompetenzen zu entwickeln. Doch was kommt da konkret auf die Unternehmen zu?

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