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Extended Reality

AR-Trainingslösung ersetzt sperrige Handbücher

| Autor/ Redakteur: Rene Zölfl* / Burkard Müller

Eine innovative, visuelle Trainingsanleitung für den Formatwechsel und die Instandhaltung von komplexen Maschinen birgt Vorteile für B2B-Unternehmen. Dies zeigt ein Beispiel eines Spezialmaschinenherstellers für Abfüll- und Verpackungsprozesse in der pharmazeutischen Industrie.

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Augmented Reality kann B2B-Unternehmen als Trainingslösung dienen und Handbücher ersetzen.
Augmented Reality kann B2B-Unternehmen als Trainingslösung dienen und Handbücher ersetzen.
( Bild: gemeinfrei / Pexels )

Dieser hat mit einer AR-Lösung und einer speziellen IIoT-Plattform eine Schritt-für-Schritt-Anleitung entwickelt.

Die Maschinenbediener bekommen damit einen visuellen Assistenten an die Seite gestellt, der sie sicher und präzise durch die Vorgänge führt, sodass kostenintensive Stillstandszeiten verringert werden können.

In den Abfüll- und Verpackungsanlagen des Unternehmens werden weltweit hochwertige flüssige und pulverförmige Arzneimittel in Spritzen, Vials oder Ampullen abgefüllt. Die sensiblen Maschinen arbeiten rund um die Uhr, teilweise unter anspruchsvollen Reinraumbedingungen. Bereits ein vermeintlich kleiner Wartungsstopp hat weitreichende Konsequenzen: Die Ursache muss zunächst identifiziert und behoben werden, die Maschine anschließend gereinigt, eingestellt und neu gestartet werden. Dieser Prozess kann mitunter mehrere Stunden in Anspruch nehmen und dadurch signifikante Umsatzeinbußen bedeuten. Um die Verfügbarkeit der Maschinen zu jeder Zeit sicherzustellen, ist gut geschultes Fachpersonal unabdingbar.

Welche Vorteile birgt der „Digitale Zwilling“ im B2B-Arbeitsalltag?

Mithilfe der Augmented Reality-Lösung und der speziellen IIoT-Plattform hat der Mittelständler nun für seine Kunden eine interaktive Trainingsanwendung entwickelt, die Servicemitarbeiter und Maschinenbediener Schritt für Schritt durch den Wartungs- und Reparaturprozess führt. Hierbei werden vorhandene 3D-CAD-Daten der Maschinen verwendet, um einen Digitalen Zwilling zu erstellen. Auch Maschinendaten von eingebetteten Sensoren wurden bei der Entwicklung der AR-Anwendung berücksichtigt. Das Pharma-Unternehmen definierte und erstellte die einzelnen Schritte sowie Sequenzen der Wartungs- und Reparaturarbeiten per „Drag-and-Drop“ in der IIoT-Plattform – beispielsweise welche Schrauben zum Öffnen einer Klappe wie zu lösen sind oder welches Bauteil ausgetauscht werden muss. Eine sogenannte ThingMark diente abschließend als individuelle Identifikationsmarke der AR-Anwendung und wurde direkt auf der physischen Maschine platziert.

Kommt es nun zu einem Wartungs- oder Reparaturfall, scannt der Mitarbeiter die Thing Mark und navigiert in der Anwendung. Mithilfe von verknüpften Sprachbefehlen kann er Aktionen aktivieren und sich zwischen den einzelnen Anweisungsschritten bewegen. Die praktische Interaktion über die neu entwickelte Augmented Reality-Anwendung hilft den Kunden und eigenen Mitarbeitern des nutzenden B2B-Unternehmens, Abläufe besser zu üben und im Gedächtnis zu verankern – und dabei die benötigte Trainingszeit an den physischen Maschinen zu halbieren.

Use-Case: Welche Erfahrungen haben die Verantwortlichen mit der AR-Lösung gemacht?

Michael Pratz, ein Leiter der Akademie des Pharma-Unternehmens, ist von der hochmodernen Lernmethode durch erweiterte Realität überzeugt: „Wir entwickeln für unsere Kunden mithilfe von Augmented Reality reale Trainingslösungen mit Mehrwert.“ Über die spezielle IIoT-Plattform „werden die AR-Szenarien von mehreren Endgeräten auf einer einheitlichen Kommunikationsplattform synchronisiert. Daraus ergibt sich eine reale Trainer/Trainee-Situation, die sich als unabdingbar beweist.“

„Die erweiterte Realität und der Digitale Zwilling sind mächtige Werkzeuge, die zunehmend auch in der Ausbildung von neuen Mitarbeitern eingesetzt werden. Zeit- und kostenintensive Trainings sowie sperrige Handbücher haben damit ausgedient. Das motiviert nicht nur die Mitarbeiter, sondern schafft auch sichtbare wirtschaftliche Mehrwerte durch reduzierte Stillstandszeiten. Wir freuen uns über die Trainingserfolge in einem hochspezialisierten Umfeld“, erklärt Stephan Ellenrieder, Geschäftsführer Deutschland beim Anbieter der IIoT-Plattform.

*Der Autor ist Business Development Director für den Bereich Life Sciences bei PTC.

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