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Robotics

Anymal, der trabende Roboterhund für Industrieanlagen

| Autor/ Redakteur: Astrid Tomczak-Plewka / Sariana Kunze

"Anymal" ist die jüngste Entwicklung aus der Tüftlerschmiede am Institut für Robotik und Intelligente Systeme der ETH Zürich. Der Roboter bewegt sich wie ein Tier. Er soll Aufgaben in Industrieanlagen übernehmen, die für den Menschen zu gefährlich oder unangenehm sind.

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ETH-Assistenzprofessor Marco Hutter mit Anymal, dem neusten Laufroboter, den er und sein Team entwickelt hat, an der Argos-Challenge in Frankreich.
ETH-Assistenzprofessor Marco Hutter mit Anymal, dem neusten Laufroboter, den er und sein Team entwickelt hat, an der Argos-Challenge in Frankreich.
(Bild: ETH Zürich / Marco Hutter)

Die Laufroboter, die ETH-Assistenzprofessor Marco Hutter und sein Team im Labor für Robotersysteme entwickeln, haben Gelenke, die so dynamisch wie ihr menschliches oder tierisches Äquivalent reagieren. Anymal kann Treppen steigen, springen und die Sprünge weich abfedern. "Wir wollen einen Roboter, der Hindernisse überwinden kann, zügig unterwegs ist und gleichzeitig energieeffizient und robust ist", betont Hutter, der ein Forschungsteam mit 12 Leuten führt. Die meisten dieser Kriterien erfüllte bereits StarlETH, der bisherige Star unter den Laufrobotern. Anymal aber ist viel robuster und deshalb für den Einsatz in unwegsamem Gelände und in unwirtlichem Klima geeignet. Mit nur 30 kg Gesamtgewicht ist Anymal trotz stattlicher Größe für eine Einzelperson gut zu handhaben. Dank eingebauter Sensoren kann Anymal seine Umgebung laufend vermessen und damit seinen Einsatz völlig autonom planen und umsetzen.

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Bereits in ein paar Jahren, so Hutters Überzeugung, könnten Laufroboter in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden. Konkret etwa in Industrieanlagen, bei der Suche und Rettung im alpinen Gelände sowie im Bergbau – etwa bei Mineninspektionen. "Die Roboter sollen dorthin gehen, wo es für Menschen gefährlich ist, oder wo die Arbeitsbedingungen sehr unangenehm sind", so der promovierte Maschineningenieur.

Anymal auf Praxistauglichkeit getestet

Anymals Existenz ist unter anderem dem Förderprogramm "Society in Science" zu verdanken. 2014 hat Hutter eines der begehrten, international ausgeschriebenen Stipendien erhalten. Bis 2019 wird er mit jährlich 100.000 Franken (etwa 90.000 Euro) unterstützt, um seine Forschung voranzutreiben. "Dieses Stipendium war für mich eine einmalige Chance, etwas zu entwickeln, was man mit normalen Mitteln nicht tun kann", sagt der Ostschweizer. Dabei setzt er viel Begeisterung frei – etwa für die Teilnahme an der Argos-Challenge, eines internationalen Wettbewerbs des Energie-Unternehmens Total zur Entwicklung autonomer Roboter für die Inspektion von Offshore-Erdöl- und Gasförderanlagen. Gerade hat Hutters Forschungsgruppe im Rahmen der Argos-Challenge in Frankreich die Praxistauglichkeit von Anymal getestet.

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