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User Experience Design

Anwendererlebnis ist mehr als Gebrauchstauglichkeit

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Aufgrund der zunehmenden Komplexität steht nicht mehr rein die Funktion eines Geräts im Mittelpunkt, sondern die einfache Bedienbarkeit. Mit User Experience Design (UX) lässt sich die Nutzung eines Produkts oder einer Maschine durch eine benutzerzentrierte Vorgehensweise angenehmer gestalten und so beim Anwender eine positive Stimmung erzeugen.

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Im Produktentwicklungsprozess geht es heute nicht mehr rein um die Ästhetik, sondern auch darum, dem Nutzer die tägliche Arbeit zu vereinfachen und so seine Erfahrungen zu verbessern.
Im Produktentwicklungsprozess geht es heute nicht mehr rein um die Ästhetik, sondern auch darum, dem Nutzer die tägliche Arbeit zu vereinfachen und so seine Erfahrungen zu verbessern.
( Bild: Schindler )

Es sind die scheinbar kleinen Dinge, die ein gutes Produkt von anderen unterscheiden. Dabei geht es nicht zwangsläufig um eine technische Neuerung, es kann auch ein kleines Feature sein, das beispielsweise lästige Nebenerscheinungen eliminiert, oder eine neuartige Kombination unterschiedlichster Techniken, die so bisher noch nicht gewagt wurde.

Doch woran lässt sich festmachen, ob ein Produkt besser ist als ein anderes? Dabei gibt es vielerlei Faktoren, einige wurden sogar in Normen festgezurrt.

Die geläufigste ist wohl die Benutzerfreundlichkeit. Damit wird per Definition die vom Anwender erlebte Nutzungsqualität bei der Interaktion mit einem System bezeichnet. Ist diese besonders einfach, wird das System als „benutzerfreundlich“ betitelt.

Im Zusammenhang mit Normung wird das Wort allerdings nicht benutzt. Hier spricht man stattdessen von der Gebrauchstauglichkeit, in Englisch: der Usability. Diese ist in der DIN EN ISO 9241-11, einem Teilbereich der Richtlinie der Mensch-Computer-Interaktion (EN ISO 9241) definiert: Gebrauchstauglichkeit bezeichnet das Ausmaß, in dem ein Produkt, System oder ein Dienst von bestimmten Anwendern in einem ganz bestimmten Kontext genutzt werden können, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen. Der Usability liegen also feststehende Kriterien zugrunde, die zum Beispiel auch in Warentests Anwendung finden. Dabei gilt es allerdings anzumerken, dass eine gute Usability dem Nutzer in der Regel gar nicht auffällt, eine schlechte hingegen schon.

Das wohl berühmteste Beispiel für eine benutzerfreundliche und gebrauchstaugliche Erfindung dürfte das I-Phone sein. Mit diesem setzte Apple neue Maßstäbe. Plötzlich konnte der Anwender mit einem Gerät telefonieren, seine Musik abspielen und im Internet surfen. Als besonderes Merkmal galt aber von Anfang an das intuitiv gestaltete Bedienkonzept.

Die Interaktion des Nutzers mit dem Gerät steht im Mittelpunkt

Das Smartphone wird auch heute noch praktisch vollständig über den Multitouch-Bildschirm gesteuert und mit Fingerbewegungen bedient: tippen, wischen, spreizen, zusammendrücken und vieles mehr. Die Gesten und Funktionen wurden teilweise sogar geschützt, wie beispielsweise das Wischen über den Bildschirm, um diesen zu entsperren.

Zu einem echten Erlebnis aber wurde das I-Phone erst durch die unterschiedlichsten Serviceleistungen, sprich: die Apps. Das Smartphone konnte plötzlich zu so vielem mehr als „nur “ zum Telefonieren, Terminplanen und Informationsaustausch verwendet werden. Der Anwender konnte nun eigene Videos drehen und schneiden, fotografieren und die Bilder bearbeiten, gleichzeitig Musik hören und über das Internet Spiele spielen.

Nicht nur das Bedienkonzept, auch die Möglichkeit, eigene Apps zu entwickeln und über den App Store zur Verfügung zu stellen, war revolutionär. Schnell wurde das Smartphone zu einem unersetzlichen Helfer im Alltag, ein Verlust führt nicht selten zu einer hohen emotionalen Belastung der Betroffenen. Aber wie hat Apple es geschafft, eine emotionale Bindung zwischen Nutzer und Gerät herzustellen?

Unterschied zwischen Usability und User Experience

Das Unternehmen aus Cupertino (Kalifornien) hat das Bedienen eines Smartphones zu einem Erlebnis gemacht und damit den Nerv der Zeit getroffen: Ein Gerät soll nicht nur funktionieren, es soll Spaß machen. Apple hat die Usability um die User Experience erweitert.

User Experience, kurz: UX, wird in der ISO 9241-210 (Prozess zur Gestaltung gebrauchstauglicher Systeme) als Ergänzung zu Usability aufgenommen, definiert und klar von Letzterer abgegrenzt: Demnach umfasst User Experience alle Effekte, die ein Produkt bereits vor der Nutzung (antizipierte Nutzung) wie auch nach der Nutzung (Identifikation mit dem Produkt oder Distanzierung) auf den Nutzer hat; Usability fokussiert auf die eigentliche Nutzungssituation.

User Experience umfasst also alle Aspekte der Erfahrung eines Anwenders bei der Interaktion mit einem Produkt, einem Dienst, einer Umgebung oder gar einer Einrichtung. Das können auch emotionale und ästhetische Faktoren sein wie beispielsweise der Spaß bei der Bedienung oder ein besonders ansprechendes Design.

Mittlerweile spielt die User Experience, also das Anwendererlebnis, eine wichtige Rolle in der Produkt- und Serviceentwicklung – nicht nur in der Consumer-Welt, sondern auch in der Industrie. Wer nicht genau weiß, wie sich UX in den Entwicklungsprozess einbinden lässt oder wie er sein Produkt anwenderfreundlich gestalten soll, kann Hilfe von UX-Experten hinzuziehen.

Ein solcher Spezialist ist Schindler Creations. Das Designbüro mit Standorten am Bodensee (Österreich) und Zürichsee (Schweiz) unterstützt namhafte Unternehmen bei der Entwicklung von innovativen Strategien und Designlösungen von Industriegütern.

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