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Industrie 4.0

Antriebstechnik lernt denken

| Autor: Stefanie Michel

Wenn sich in der Fertigung etwas bewegt, dann steckt Antriebstechnik drin. Soll sich in einer Industrie-4.0-nahen Fertigung etwas bewegen, dann müssen auch die Antriebskomponenten intelligent sein – ein Trend, der sich gerade in diesem Jahr sehr dynamisch entwickelt hat.

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Jede insdustrielle Produktion ist auf Antriebssysteme angewiesen.
Jede insdustrielle Produktion ist auf Antriebssysteme angewiesen.
( Bild: Pixabay / CC0 )

Die Themen Intelligenz, Industrie 4.0, Machine Learning und Big Data geistern durch alle Bereiche der Industrie – die Antriebstechnik ist davon nicht ausgeschlossen. Schon im Vorfeld der Hannover Messe wurde deutlich, dass einer der Trends in der Antriebstechnik in diesem Jahr die Intelligenz einzelner Komponenten sein wird. Ein Grund: Sensorik wird immer günstiger und spielt somit keine kostenrelevante Rolle, wenn man sie in Komponenten nutzen will. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben – angefangen von Predictive Maintenance bis hin zu neuen Service-Angeboten für die Anwender –, sind zahlreich und werden in den nächsten Jahren sicherlich noch steigen.

Intelligenter Kunststoff warnt vor Ausfall

Auf der Hannover Messe waren bereits Modelle und fertige Lösungen zu sehen. So zeigte beispielsweise Igus, wie man Hochleistungs-Kunststoffe durch integrierte Sensoren fit macht für die Fabrik der Zukunft. Die vernetzten „Smart Plastics“ sollen die Möglichkeiten zu vorausschauender Wartung, der sogenannten Predictive Maintenance, erweitern und so die Anlagenverfügbarkeit des Kunden erhöhen. „Ganz gleich, ob es sich nun um die intelligente Drylin-Linearführung, die intelligente Energiekette oder die intelligente Leitung handelt, die integrierten Sensoren überwachen die Produkte und warnen rechtzeitig vor einem Ausfall“, so Harald Nehring, Prokurist E-Kettensysteme bei Igus.

Das Unternehmen hat in diesem Zusammenhang die Isense-Produktfamilie ins Leben gerufen, die unterschiedliche Sensoren und Überwachungsmodule umfasst. Diese erfassen im laufenden Betrieb den Verschleiß und geben Alarm, sobald eine Reparatur oder ein Austausch erforderlich ist. Über das Igus-Communication-Modul (Icom) lässt sich das System in die unternehmensweite Infrastruktur integrieren. Damit würden Szenarien, wie eine kontinuierliche Überwachung oder das automatische Auslösen von Wartungsarbeiten, einfach realisierbar.

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Die intelligente Linearführung „Smart Drylin“ überwacht selbstständig ihre Nutzung. Erkennt das intelligente Sensormodul Isense, dass mit einem Ausfall aufgrund von Verschleiß zu rechnen ist, wird der Betreiber automatisch informiert. So sollen die Anlagenverfügbarkeit steigen und Wartungskosten sinken.

Ähnliche Ziele setzt sich ABB mit dem Smart Sensor für Niederspannungsmotoren, der in diesem Jahr vorgestellt wurde. Dieser kostengünstige Sensor kann einfach, ohne Verdrahtung herstellerunabhängig an vorhandenen Motoren angebracht werden und misst dann regelmäßig wichtige Motorzustandsparameter wie Temperatur oder Vibration. Über eine integrierte Kommunikationsschnittstelle überträgt er die Daten drahtlos auf ein Smartphone oder Tablet, mit dem Kunden jederzeit den Zustand einzelner Motoren überprüfen können und auch benachrichtigt werden, wenn eine Anomalie erkannt wurde.

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Über den Autor

Stefanie Michel

Stefanie Michel

Journalist, MM MaschinenMarkt

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