Künstliche Intelligenz

Amazons Recruiting-Software diskriminierte Frauen

| Redakteur: Lisa Marie Waschbusch

Künstliche Intelligenz soll den Bewerberprozess einfacher und effizienter machen. Doch was, wenn die KI diskriminiert?
Künstliche Intelligenz soll den Bewerberprozess einfacher und effizienter machen. Doch was, wenn die KI diskriminiert? (Bild: Pixabay / CC0)

Künstliche Intelligenz verändert den Recruiting-Prozess. HR-Abteilungen sollen davon profitieren, indem die besten Bewerber schneller herausgefiltert werden können. Auch Amazon arbeitete einem Reuters-Bericht zufolge an einer solchen Software. Das Problem: die mochte Frauen nicht.

Künstliche Intelligenz kann nur so objektiv agieren, wie man es ihr beibringt. Dass dies nicht immer gelingt, beweist nun Amazon: Einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge, nutzte das US-Unternehmen eine Bewerbersoftware, die Frauen im Bewerbungsprozess benachteiligte. Amazon habe das System mittlerweile größtenteils abgestellt.

Bereits seit 2014 arbeitete Amazon an der Entwicklung eines entsprechenden Programms, um Lebensläufe von Bewerbern zu überprüfen und diese vorzusortieren. Ein Jahr später entdeckte das Unternehmen dann den Fehler: Das System sortiert nicht genderneutral. Laut Reuters-Bericht bewertete die Software Bewerbungen, die das Wort Frauen beinhalteten und nur indirekt auf das Geschlecht deuteten, schlechter. Auch Absolventinnen von Frauenhochschulen sollen im Voraus aussortiert worden sein.

Tech-Branche = Männer-Branche?

Der Grund dafür, so Reuters, sei die männliche Dominanz in der Technologiebranche. Denn das KI-System wurde anhand von Bewerbungen trainiert, die über die letzten zehn Jahre bei Amazon eingegangen sind – und die kamen überwiegend von Männern.

Trotz Versuchen, die entsprechenden Begriffe neutral zu definieren, stellte Amazon die Software laut Reuters 2017 ein. Die Unternehmensführung habe die Hoffnung in das System verloren, es könne nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass die Technik weiterhin diskriminiere. Amazons Personalabteilung habe sich die Empfehlungen zwar angesehen, allerdings habe man sich bei der Auswahl nicht ausschließlich darauf verlassen.

Einsatz im Recruiting-Prozess

Künstliche Intelligenz wird im Recruiting-Prozess weltweit bereits gerne eingesetzt. Eine globale Studie von Korn Ferry zeigt, dass in Nordamerika nur jedes fünfte Unternehmen bei der Personalauswahl noch nicht auf Big Data und KI setzt; in Asien ist es jedes vierte, in Europa setzt fast ein Drittel (32 Prozent) der Unternehmen die Technologien noch nicht ein. Dabei gaben fast zwei Drittel der befragten Unternehmen an, der Recruiting-Prozess in ihrem Unternehmen habe sich durch den Einsatz von KI verändert. 68 Prozent der Befragten sind sich sogar sicher, mithilfe der Technologien qualitativ bessere Kandidaten gefunden zu haben.

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