Vollfarb-Inkjet AM Solutions entwickelt Nachbearbeitungslösung für 3D-Drucker von Mimaki

Von Marie Lücke

Im Rahmen einer Kooperation mit AM Solutions hat der Hersteller Mimaki eine kompakte Nachbearbeitungslösung für seinen Vollfarb-Inkjet-3D-Drucker realisiert. Sie soll eine vollautomatische Entfernung der Stützstrukturen ermöglichen, ohne die hohe Detailgenauigkeit und Farbnuancierung der 3D-Teile zu beeinträchtigen.

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Die kompakte Nachbearbeitungslösung soll die vollautomatische Entfernung der Stützstrukturen ermöglichen.
Die kompakte Nachbearbeitungslösung soll die vollautomatische Entfernung der Stützstrukturen ermöglichen.
(Bild: Rösler Oberflächentechnik GmbH)

Die Entfernung des Stützmaterials erfolgt beim 3D-Druck üblicherweise manuell durch Wasserstrahlen oder Einlegen in ein Wasserbad, allerdings birgt jedes dieser Verfahren die Gefahr einer Beschädigung der meist filigranen 3D-Teile. Wie die Rösler Oberflächen GmbH mitteilte, kooperiert deren Marke für additive Fertigung, AM Solutions – 3D post processing technology, nun mit dem Hersteller Mimaki, um eine sicherere, einfachere und effizientere Nachbearbeitung für den Vollfarb-Inkjet-3D-Drucker 3DUJ-2207 zu gestalten.

Mit dem 3DUJ-2207 will Mimaki Farbvielfalt mit Detailgenauigkeit kombinieren. Der 3D-Drucker mit mehr als zehn Millionen Farben und hoher Auflösung soll neue Anwendungsmöglichkeiten im professionellen 3D-Druck eröffnen. Dazu zählen die Herstellung von Prototypen, industriellen Designobjekten und Sammelfiguren ebenso wie Architektur- und Medizinmodelle.

Effizientes, schnelles und sicheres Post Processing

Die gemeinsam entwickelte Nachbearbeitungslösung besteht aus einer kompakten, Industrie 4.0-fähigen Plug-and-Play-Maschine und einem abgestimmten Compound mit hohem Flammpunkt, der als nicht wassergefährdend eingestuft ist. Die als geschlossenes System ausgeführte Anlage verfügt über eine integrierte Sicherheitsausstattung, sodass für den Betrieb lediglich ein normaler 230 V Stromanschluss erforderlich ist. Spezielle Lenkrollen sollen das Umplatzieren der Maschine vereinfachen. Ausgestattet ist die Anlage darüber hinaus mit einer Internetschnittstelle, sodass sie über ein Smartphone bedient und überwacht werden kann.

Für die vollautomatische Entfernung der Supportstrukturen werden die 3D-Teile in einem Korb in das Tauchbad der Anlage eingesetzt und das zu den Bauteilen passende Bearbeitungsprogramm ausgewählt. In der Anlagensteuerung sind dafür standardmäßig verschiedene Programme – von großen Teilen mit vielen Supportstrukturen bis zu sehr filigranen Druckobjekten – hinterlegt.

Darüber hinaus können Anwender laut Rösler Programme für ihre 3D-Teile selbst konfigurieren und in der Anlagensteuerung speichern. Anschließend startet der Prozess, bei dem chemische, mechanische und thermische Effekte entsprechend den programmspezifisch ausgewählten Parametern zusammenwirken.

Durch dieses Zusammenspiel soll das Stützmaterial bauteilschonend und gleichzeitig effektiv und schnell komplett entfernt werden. Zu den Vorteilen der deutlich kürzeren Bearbeitungszeit zählt nach Angaben des Unternehmens, dass die Teile im Bad nicht aufquellen. Die vergleichsweise geringe Badtemperatur verhindere zudem eine Beschädigung. Eine integrierte Überwachung ermöglicht die Kontrolle über die Temperatur. Wird diese zu hoch, schaltet sich die Anlage automatisch ab, so heißt es.

Nach der definierten Prozesszeit wird der Korb aus dem Tauchbad entnommen, wobei abtropfender Compound aufgefangen und in das Becken zurückgeführt wird. Durch die Einstufung als nicht wassergefährdend können die Teile vor dem nächsten Schritt einfach unter fließendem Wasser abgespült werden. Ein Wechsel des Compounds soll sich ebenfalls problemlos und schnell durchführen lassen. Das Tauchbecken verfügt dafür über ein Ablassventil, unter dem der Behälter platziert werden kann, aus dem das Verfahrensmittel in die Anlage gefüllt wurde.

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