Mehr Souveränität Altmaier will mehr Mikrochipfabriken für Deutschland

Autor / Redakteur: dpa-AFX / Peter Königsreuther

Der herrschende Rohstoffmangel betrifft leider auch die Belieferung mit Computerchips. Das soll nie wieder passieren. Deshalb soll die Chipproduktion in Deutschland kräftig angekurbelt werden.

Wirtschaftminister Peter Altmaier (links) spricht sich dafür aus, in Deutschland mehr Chipfabriken aus dem Boden zu stampfen. Deutschland respektive Europa sollen mit Blick auf den herrschenden Chipmangel technisch souveräner werden.
Wirtschaftminister Peter Altmaier (links) spricht sich dafür aus, in Deutschland mehr Chipfabriken aus dem Boden zu stampfen. Deutschland respektive Europa sollen mit Blick auf den herrschenden Chipmangel technisch souveräner werden.
(Bild: dpa)

Halbleiter-Lieferprobleme sind derzeit ein Dilemma, nicht nur für die Autobranche. Es kommt im Zuge dessen zu Schichtausfällen und Kurzarbeit. Wirtschaftsminister Peter Altmaier will aus diesen bekannten Gründen die Produktion von Mikrochips in Deutschland erhöhen. Mehr Fabriken sollen das schaffen. Deutschland soll damit in Zukunft technologische Souveränität genießen, sagte der CDU-Politiker gestern in Berlin, wie dpa berichtet. Europas Marktanteil an der weltweiten Chipproduktion soll so bis 2030 auf 20 Prozent angehoben und somit quasi verdoppelt werden.

Drei Milliarden Euro sollen den geplante Chipsegen bringen

Wegen der gleichzeitig stark steigenden weltweiten Produktion hieße das aber eine Verdrei- oder Vervierfachung der Produktion in Deutschland. Altmaier traf sich deshalb mit Vertretern von rund 50 Unternehmen der Mikroelektronikbranche. Viele davon, betonte der Minister, würden gerne investieren. Geplant ist ein zweites europäisches Großprojekt. Die Bundesregierung hat, wie Altmaier sagte, bisher rund drei Milliarden Euro an Fördermitteln im Haushaltsplan stehen. Wen nötig, könne der Betrag auch auf fünf bis zehn Milliarden Euro erhöht werden. Nach einem Papier des Wirtschaftsministeriums ist Mikroelektronik auch als „essenziell“ eingestuft für den Erfolg von 5G und 6G, Künstliche Intelligenz oder automatisiertes Fahren.

Wohl oder Wehe hängt von bezahlbaren Mikrochips ab

Vor knapp über drei Jahren startete man schon ein gemeinsames europäisches Projekt zur Mikroelektronik. Die Bundesregierung unterstützt im Rahmen dieses ersten Projekts 18 beteiligte deutsche Unternehmen bis 2023 mit insgesamt bis zu einer Milliarde Euro. Moderne Chipfabriken zu errichten ist das gesteckte Ziel. Beispiele von Förderprojekten sind laut Ministerium neu entstandene oder ausgebaute Werke von Bosch und Infineon. Die deutschen Unternehmen hätten zusätzlich private Investitionen von über 2,6 Milliarden Euro umgesetzt. Es seien im Rahmen dessen rund 2.400 neue Arbeitsplätze entstanden. Das Erstlingsprojekt ist ein wichtiger Schritt, um weltweit Marktanteile zu konsolidieren, meint Altmaier. Ohne weitere Anstrengungen würde der Anteil aber schrumpfen, weil die Produktion weltweit steige. Stark im Rennen sind vor allem Hersteller aus Asien und den USA. Ein großer Halbleiterstandort in Deutschland ist übrigens das sogenannte Silicon Saxony in Dresden. „Es besteht Handlungsbedarf“, mahnte Altmaier. Denn der Zugang zu bezahlbaren Mikrochips werde zunehmend zu einer Wettbewerbsfrage am Standort Deutschland und in Europa.

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