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Viel Handarbeit Alt-Software bremst Digitalisierung im Einkauf

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Beschaffung im B2B-Bereich leidet in Europa unter einem Erbe komplexer Alt-Software-Systemen. Vielfach müssen Informationen noch manuell gepflegt werden; auch die Zusammenarbeit zwischen Käufern und Lieferanten ist oft suboptimal, so eine Studie von OpenCapita.

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Während im Consumer-Bereich wurden die Möglichkeiten des E-Commerce voll ausgeschöpft werden, klemmt das "Online-Shopping" im B2B-Sektor.
Während im Consumer-Bereich wurden die Möglichkeiten des E-Commerce voll ausgeschöpft werden, klemmt das "Online-Shopping" im B2B-Sektor.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Laut einer neuen Studie, die von OpusCapita und dem Shared Services & Outsourcing Network (SSON) erhoben wurde, stellt vor allem die indirekte Beschaffung die meisten Organisationen von heute vor große Herausforderungen. Im Consumer-Bereich wurden die Möglichkeiten des E-Commerce im Laufe der Jahre intensiv eingesetzt und haben sich im Alltag etabliert: mit Möglichkeiten für globales Online-Shopping und Zahlung per Kreditkarte. Der Business-to-Business-Sektor (B2B) hingegen schient unter einem Erbe von komplexen Alt-Software-Systemen zu leiden.

Mangelnde Flexibilität treibt die Einkaufspreise

Das ist fatal, denn aufgrund der massiv gestiegenen Einkaufsvolumina spielen die Procurementabteilungen von Unternehmen eine wichtige Rolle als Nachfrager von Waren und Dienstleistungen in ihren jeweiligen Märkten.

Allerdings berichteten 76 Prozent der von OpenCapita und dem SSON Befragten, dass ihre Lieferanteninformationen noch manuell aktualisiert werden müssen. Darüber hinaus gaben 16 Prozent der Befragten an, dass ihre Unternehmen unflexibel in ihrer Beschaffung sind und deshalb wahrscheinlich meistens zu viel für die beschafften Güter und Leistungen bezahlen. 51 Prozent vertraten die Auffassung, dass weniger als 10 Prozent ihrer Lieferanten Online-Kataloge haben, was eigentlich eine Voraussetzung für die Automatisierung des Einkaufsprozesses und die Nutzung von echtem E-Commerce ist.

An der Umfrage ”Trends Shaping Indirect Procurement for 2017” beteiligten sich 120 Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern. Interessanterweise nutzen die meisten Unternehmen E-Procurement vor allem für die Beschaffung von professionellen Dienstleistungen, IT-bezogenen Dienstleistungen, Facility Management und Office Services.

Mit Automatisierung Quick Wins realisieren

Nach der Studie ist die Komplexität ganz klar das wichtigste Thema in den befragten Unternehmen. Dies steht im Widerspruch zu einem der wichtigsten Prinzipien in Unternehmen, nämlich den Einkauf so einfach und effizient wie möglich zu gestalten. Aus diesem Grund gibt es auch zunehmende Nachfrage nach Digitalisierung und Automatisierung von durchgehenden B2B-Einkaufsprozessen. Die Studie zeigt, dass sich die Mehrheit der Organisationen tatsächlich aktiv auf den Weg gemacht haben, Verbesserungen in ihren Systemen und Prozessen zu implementieren.

„In Unternehmen lassen sich in einem ersten Schritt durch Automatisierung schnell Vorteile erzielen - auch ohne sofortige Ablösung der Bestandssysteme. Dann können Digitalisierungslücken geschlossen werden und nach und nach lassen sich dann immer längere Prozessketten bilden: Die Vorteile für Unternehmen steigen, wenn Procurement und F&A gemeinsam erweiterte Purchase-to-Pay-Systeme etablieren. CFO, Treasurer und CPO werden zum Erreichen ihrer gemeinsamen Ziele wie Kontrolle, Compliance und Kostenreduzierung intern enger kooperieren und auch Lieferanten, Abnehmer und weitere Partner in das digitale Netzwerk integrieren. Dieses effiziente Management wird dann zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsvorteil“, ist Marco Schulten, Geschäftsführer DACH-Region von OpusCapita, überzeugt.

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