Recruiting

Als Arbeitgeber attraktiv für Fachkräfte: So geht's!

| Redakteur: Jürgen Schreier

Unternehmen haben längst erkannt, dass sie wechselwillige Kandidaten bei der Wohnungssuche in angespannten Wohnungsmärkten unterstützen müssen. Im ersten Schritt sucht Suite&Co deshalb für Fachkräfte die Immobilie, die zu Mensch und Budget passt. Im zweiten Schritt managen sie den Umzug.
Unternehmen haben längst erkannt, dass sie wechselwillige Kandidaten bei der Wohnungssuche in angespannten Wohnungsmärkten unterstützen müssen. Im ersten Schritt sucht Suite&Co deshalb für Fachkräfte die Immobilie, die zu Mensch und Budget passt. Im zweiten Schritt managen sie den Umzug. (Bild: Patrik Graf)

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Suite&Co hat Recruiting Trends 2018 erforscht: Besonders wichtig ist für Fachkräfte die Nähe zum Wohnort - ein Aspekt, der beim Recruiting besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Auch ein schönes Arbeitsumfeld macht einen Arbeitgeber für High Potentials attraktiv.

Wunsch und Wirklichkeit: In einer aktuellen Studie von Suite&Co, bei der 873 Fachkräfte und 51 Personaler befragt wurden, gehen die Meinungen in puncto Arbeitgeberattraktivität deutlich auseinander. Ruf und Größe des Unternehmens spielen kaum noch eine Rolle. Wichtiger sind individuelle Faktoren wie Wohnortnähe oder das Workplace-Design. Viktor Gilz, Mitgründer von Suite&Co: „Was ein Unternehmen heute für einen Bewerber sexy macht, sind andere Dinge als noch vor einigen Jahren. Bewerber wollen sich vor allem wohlfühlen. Ein prestigeträchtiger Name allein reicht nicht, um Fachkräfte anzulocken.“

Top 1: Nähe zum Wohnort ist entscheidend

Sieben von zehn befragten Fachkräften (74 Prozent) bewerten die Nähe zum Wohnort als wichtig oder sehr wichtig. Damit entscheidet dieses Kriterium am meisten darüber, wie attraktiv ein Unternehmen für Bewerber ist. „Die Nähe zur Familie, Freunden und den eigenen vier Wänden unterstreicht die Wichtigkeit der Work-Life-Balance. Die Nähe zum Arbeitsplatz sehen die meisten als Luxus, den sie sich gerne vorbehalten“, sagt Gilz. Allerdings: Personaler unterschätzen diesen Faktor. Nur jeder vierte HR-Verantwortliche (25 Prozent) betrachtet die Wohnortnähe als sehr wichtig.

Wichtig: Ein schönes Arbeitsumfeld

Auf Rang zwei in der Bewertung von Arbeitgeberattraktivität steht die Arbeitsumgebung und -ausstattung. Ein attraktiver Arbeitsplatz ist von hoher Bedeutung, da dies einen positiven Einfluss auf das Arbeitspensum haben kann. Hinzu kommt, dass die Einrichtung eines Unternehmens auch dessen Arbeits- und Gesamtkultur widerspiegelt. „Spätestens seit Google vor gut zehn Jahren zum ersten Mal gezeigt hat, wie ein Arbeitsplatz aussehen kann, hat sich das Bild gewandelt. Angestellte wollen nicht mehr in einem leblosen grauen Bürogebäude darben, sondern in einer ansprechenden Arbeitsumgebung. Und sie wollen sich vor allem wohlfühlen“, sagt Lisa Mellinghoff von Suite&Co.

Geld und Bonus spielen durchaus eine wichtige Rolle

Bei aller Nähe und Schönheit des Arbeitsplatzes: Auf angemessene Vergütung will keiner verzichten. So rangiert das Thema Gehalt unter den Top 3 der Attraktivitätsargumente. 71 Prozent der Fachkräfte erwarten sich ein hohes Gehalt von den Arbeitgebern. Personalern ist dies bewusst. 70 Prozent stimmen dieser Aussage unisono zu. Auch regelmäßige Boni fallen unter diese Kategorie.

Wer attraktiv sein will, muss individuell belohnen

Ebenso sind individuelle Anreize und besondere Leistungen sowohl den Fachkräften als auch den Personalern äußerst wichtig. Ein Mensch ist motivierter, wenn er nicht einer unter vielen ist, sondern als Individuum geschätzt wird. Gute Personalführung heißt heute: mehr Zeit in die einzelne Person investieren und den Anteil am Geschäftserfolg auf die persönliche Ebene herunterbrechen. Dadurch werden die Leute überzeugender auftreten und leistungsfähiger arbeiten, um die Gunst der Chefetage zu erhalten.

Karriereplanung macht Unternehmen attraktiv

Weiterbildung im Berufsalltag spielt ebenfalls eine zentrale Rolle beim Thema Arbeitgeberattraktivität. Personalern ist die Möglichkeit von Workshops, Karriereplanung und Co. extrem wichtig. Acht von zehn Personaler wollen, dass ihre Arbeiter dauerhaft auf dem neuesten Stand bleiben und sich immer weiterentwickeln, um in der sich ständig verändernden Arbeitswelt nicht den Anschluss zu verlieren. Im Vergleich dazu: Nur 63 Prozent der Arbeitskräfte wissen dies zu schätzen und erwarten vom Arbeitgeber, dass Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten angeboten werden.

Größe und Bekanntheit ein Unternehmens sind weniger wichtig

Die Bekanntheit und Größe des Unternehmens sind heute nur noch von geringer Bedeutung – im Vergleich zu den anderen Faktoren. Maßen die Babyboomer und die Generation X dem Namen des Unternehmens eine hohe Bedeutung bei, zählt für die jüngeren Generationen Z und Y der Name des Unternehmens nur bedingt, um ihre Vita zu schmücken. Der gute Ruf einer Firma indes ist viel bedeutsamer, was kleineren Unternehmen den Vorteil verschafft, trotz ihrer geringeren Größe und Bekanntheit nicht sofort ausgeschlossen zu werden. Überraschend dabei: Viele Unternehmen unterschätzen die Relevanz von Zertifizierungssystemen wie Top-Job oder Kununu, wo Arbeitnehmer Rezensionen über Firmen schreiben. Obwohl sich viele Fachkräfte über dieses Medium informieren, benutzen nur 27 Prozent der gefragten Unternehmen ein solches System.

Die Wohnung als Mitarbeiter-Benefit

Im Silicon Valley ist es längst gang und gäbe. Nun setzen auch in Deutschland erste Unternehmen auf folgenden Trend: Um Spitzenkräfte, zum Beispiel aus dem IT-Bereich, anzuwerben und zu halten, kümmern sich die Unternehmen um ein schönes Zuhause für ihre Mitarbeiter. „Die Unternehmen merken, dass das Werben um den Mitarbeiter mit dem Jobstart nicht aufhört. Wer schließlich über einen Headhunter für viel Geld gewechselt ist, ist durchaus auch für ein nächstes Unternehmen interessant. Deswegen investieren Unternehmen zunehmend in Modelle, die High Potentials dauerhaft binden“, sagt Lisa Mellinghoff, Mitgründerin des Unternehmens Suite&Co.

„Während Unternehmen wissen, was ihr Topkandidat kann, finden wir heraus, was er im Privaten braucht, um im neuen Job zu leisten, wofür er eingestellt wurde.Auch wenn Spitzenkräfte für gewöhnlich viel Zeit im Büro verbringen, geht es bei diesem Ansatz um den privaten Lebensmittelpunkt. Lisa Mellinghoff hat deswegen zusammen mit Viktor Gilz berufsbedingte Jobwechsel genau unter die Lupe genommen und stellt die Wohnung in den Mittelpunkt.

Im ersten Schritt sucht Suite&Co für Fachkräfte die richtige Immobilie, die zu Mensch und Budget passt. Unternehmen haben längst erkannt, dass sie wechselwillige Kandidaten bei der Wohnungssuche in angespannten Wohnungsmärkten unterstützen müssen. Im zweiten Schritt managen sie den Umzug. Im dritten Schritt übernehmen die beiden gelernten Architekten und Designer die Einrichtung, woran sich viele Unternehmen als Benefit für ihre Mitarbeiter finanziell beteiligen. "Wir schaffen Orte, auf die sich die neuen Mitarbeiter und ihre Familien freuen. Vor allem schaffen wir ihnen ein Zuhause, aus dem man nicht einfach wieder weg will“, erläutert Viktor Gilz. Das wiederum bindet die Fachkräfte ans Unternehmen. Für Unternehmen lohnt sich das Investment doppelt. Denn: „Der neue Mitarbeiter kann sich so vor allem vom ersten Tag an auf seine neue Aufgabe und das Onboarding im Unternehmen konzentrieren. Während wir alles perfekt vorbereiten und sein Leben einrichten.“

Firmenfahrzeug, ein Wochenende in den Bergen oder der Obstkorb allein reichen heute nicht mehr, um sich als Unternehmen interessant zu machen. „Ein gestalteter Lebensmittelpunkt in Form eines schönen Zuhauses, das komplett fertig und individuell eingerichtet wird, sichert Firmen im Kampf um gefragte Fach- und Führungskräfte eine differenziertere Positionierung und einen langfristigeren Effekt“, erläutert Lisa Mellinghoff.

Das Start-up berücksichtigt deswegen als Erster am Markt das Wertesystem und den damit verbundenen Lebensstil der Kandidaten beim berufsbedingten Wohnortwechsel von Topkräften. Im Mittelpunkt steht das Persönliche. Wir wissen heute, dass Leistungsfähigkeit durch Stabilität im privaten Umfeld gesteigert werden kann. Das neue Zuhause bildet die Basis“, erklärt Viktor Gilz.

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