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Expertenbeitrag

Patrick Franke

Patrick Franke

Geschäftsführer für NXTGN SOLUTIONS GmbH

IoT Trendstudie

Aktueller Stand der Digitalisierung im Mittelstand

| Autor/ Redakteur: Patrick Franke / Redaktion IoT

Big Data und das Internet der Dinge (IoT) gelten als Antrieb der Digitalisierung. Industrie 4.0 sorgt dabei für eine neue Wettbewerbssituation, in der Daten maßgeblich über den Unternehmenserfolg entscheiden.

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Wie weit ist die Digitalisierung im Mittelstand bereits fortgeschritten?
Wie weit ist die Digitalisierung im Mittelstand bereits fortgeschritten?
(www.pixabay.com)

Erste Schritte im Digitalisierungsprozess – jetzt durchstarten!

Der Fortschritt der Digitalisierung ist je nach Branche und Unternehmensgröße unterschiedlich zu bewerten. Bereiche wie das Finanzsystem sind im hohen Grad digitalisiert. Und auch Prozesse wie bspw. das Bording am Flughafen beruhen auf automatischem Datenaustausch. In der Industrie entscheiden meist Budget und Mitarbeiterzahl darüber, ob und in welchem Umfang eine Digitalisierungsinitiative gestartet wird. Demzufolge experimentierten große Konzerne zuerst mit Technologien wie dem Internet der Dinge (IoT), Cloud-Computing oder Business Intelligence (BI). Für mittelständische Unternehmen wird die Einführung eines Digitalisierungsprozesses hingegen meist als Hürde wahrgenommen. Aktuelle Entwicklungen zeigen aber, dass diese Hürde dringend überwunden werden muss, um den Status „zukunftssicher“ auch im Mittelstand zu wahren.

Die ersten Schritte für Unternehmen im Digitalisierungsprozess sollten lauten:

  1. Implementieren: Bevor aus einer Digitalisierungsmaßnahme, der erwünschte Nutzen gezogen werden kann, müssen IoT- und CRM-System in den Prozess integriert und vor allem sinnvoll verknüpft werden.
  2. Beraten: Allen Projektbeteiligten muss klar sein, dass Insellösungen zu vermeiden sind und Silodenken dringend abgelegt werden muss. Es braucht eine offene Diskussion, die stets zum Ziel hat, den technischen Fortschritt im Unternehmen voranzutreiben. Zum Start ist eine Priorisierung von Unternehmensbereichen, Anlagen oder Produkten entscheidend, um einen klaren Maßnahmenplan ableiten zu können.

Worin liegen die Potenziale des digitalen Wandels aus Unternehmenssicht?

Unternehmenserfolg richtet sich immer stärker danach, wie Daten gesammelt, analysiert und in Prozesse umgewandelt werden. Nur so können Unternehmen unter aktuellen Maßstäben ihr Produktportfolio und Serviceangebot verbessern. Somit besitzen aufkeimende Technologien wie Business Intelligence (BI), Künstliche Intelligenz (KI) in Verbindung mit etablierten Anwendungen wie der M2M-Kommunikation ungeheures Potenzial, das sich allerdings nur voll entfalten kann, wenn diese auch untereinander verknüpft sind.

Die riesige Auswahl an Software, Sensoren und Komponenten bietet nie dagewesene Möglichkeiten, den digitalen Wandel zu gestalten, allerdings erhöht sich auch die Komplexität in zunehmendem Maße. Data Insights sind heute auf Knopfdruck verfügbar, was die Sprengkraft von Industrie 4.0 im Kern ausmacht. Jedoch braucht es ein System, das die relevanten Daten herausfiltert und übersichtlich darstellt, um auch einen Nutzen daraus ziehen zu können. Daten waren schon immer essentiell für den Unternehmenserfolg, doch erst Big Data ermöglicht es, Trends aufzudecken, Produkte gezielt nach Kundenanforderungen zu optimieren und neue Servicemodelle zu kreieren. Das macht Digitalisierungsinitiativen für die moderne Wirtschaft unerlässlich.

Größte Herausforderungen und Fallstricke bei der digitalen Transformation

Obwohl ein Großteil der Projektverantwortlichen in Unternehmen eine positive Meinung gegenüber Digitalisierungsinitiativen vertritt, scheitern Maßnahmen häufig oder die Effektivität von Optimierungsprozessen bleibt deutlich unter den gewünschten Erwartungen. Warum ist dem so? Hauptgrund dafür ist fehlendes vernetztes Denken, das eigentlich die Maxime des Digitalisierungsprozesses darstellt. Bereiche wie Kundenservice, Marketing und Vertrieb sind durch CRM und spezielle Software oft ausreichend digitalisiert und auch in der Produktion schreitet die Automatisierung kontinuierlich voran, doch was fehlt, ist eine Verknüpfung der Geschäftsbereiche. Betriebswirte und Techniker in der Produktion verfügen jeweils über digitalisierte Anwendungen, von denen außer ihnen jedoch niemand profitieren kann, da bspw. das häufig genutzte Microsoft Dynamics 365 im Vertrieb nicht mit der IoT-Applikation in der Produktion verknüpft ist. An dieser Schnittstelle verpufft derzeit das meiste Potenzial.

Das Problem der fehlenden Vernetzung zwischen verschiedenen Unternehmensbereichen verschärft sich zusätzlich, indem die Dateninfrastruktur häufig keine konsequente Filterung enthält. Dabei ist die Steuerung des Datenflusses essentiell, denn nur mit Hilfe von relevanten Daten können aus anschließenden Analysen hilfreiche Optimierungsvorschläge abgeleitet werden. Wenn ein Bereich im Unternehmen bereits mit der eigenen Menge an Daten überfordert ist, besitzt er auch nicht die Kapazitäten, Informationen von anderen Abteilungen entgegenzunehmen bzw. ihnen relevante Daten bereitzustellen.

Welche Hemmnisse, Herausforderungen bzw. Probleme für Entscheidungsträger von mittelständischen Unternehmen die größte Bedeutung haben, zeigt diese Auflistung:

  • Infrastruktur außerhalb von Ballungsräumen (42,86 %)
  • Fehlende Methoden und Vorgehensweisen bei der Umsetzung von Digitalisierungsinitiativen (34,69 %)
  • Keine klare Formulierung von Bedarfen / unzureichende Methoden zur Bedarfsanalyse (32,65 %)
  • Fehlendes technisches Wissen und Expertisen (28,75 %)
  • Keine Klarheit über Kosten-Nutzen-Relation von Digitalisierungsinitiativen (22,45 %)
  • Hoher Aufwand für Recherchen, Vorprojekte, Beschäftigen mit dem Thema Digitalisierung (20,41 %)
  • Beeinträchtigungen im Tagesgeschäft, bis es funktioniert (12,24 %)

Digitalisierung: Hype oder Evolution? Diese und viele weitere Fragen haben wir dem deutschen Mittelstand gestellt. Alle Ergebnisse der Studie „Digitalisierung im Mittelstand“ finden Sie auf der Website von NXTGN SOLUTIONS GmbH.

Über den Autor

Patrick Franke

Patrick Franke

Geschäftsführer für NXTGN SOLUTIONS GmbH