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Kampf den Fälschern Akademische Leistungsnachweise in der Blockchain

| Redakteur: Jürgen Schreier

Herkömmliche Zeugnisse und Lebensläufe sind leicht zu fälschen. Um dies zu verhindern entwickelt ein Universitätskonsortium einen Blockchain-basierten Standard, der einen zuverlässigen Austausch sowie die Verifizierung akademischer Leistungsnachweise ermöglichen soll.

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Nicht mehr zeitgemäß ist das Zeugnis auf Papier.
Nicht mehr zeitgemäß ist das Zeugnis auf Papier.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Gefälschte Lebensläufe und Zeugnisse stellen weltweit ein wachsendes Problem dar. Sie sind mit digitalen Technologien leicht zu manipulieren und die Art der Ausstellung und Verwaltung akademischer Leistungsnachweise hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert.

Aufbau einer Infrastruktur für digitale Leistungsnachweise geplant

Zwölf international führende Universitäten haben sich daher 2018 zu einem Digital Credentials Consortium (DCC) zusammengeschlossen, um einen neuen Standard zu entwickeln, der einen sicheren und zuverlässigen Austausch sowie die Verifizierung akademischer Leistungsnachweise ermöglicht. Ziel ist es, gemeinsam eine globale Infrastruktur für digitale akademische Leistungsnachweise aufzubauen, die auf der Blockchain-Technologie basiert.

Ein Whitepaper des Universitätskonsortiums beschreibt die zentralen Anforderungen und benötigten Funktionalitäten für den Aufbau einer sicheren, verteilten und gemeinsam nutzbaren Infrastruktur. Außerdem skizzieren die Autoren darin grob die System-Architektur, die in der jetzt folgenden Prototyp-Phase verfeinert wird.

Wichtiger Antrieb für das Gemeinschaftsprojekt ist das Interesse der Universitäten, digitale Technologien so einzusetzen, dass sie sich stärker an den Bedürfnissen der Lernenden orientieren. Mithilfe digitaler Leistungsnachweise erhalten Lernende ihr Leben lang Zugriff auf all ihre Abschlüsse - dazu können Zeugnisse, aber auch Bestätigungen für Praktika oder für die Teilnahme an Bootcamps zählen. All diese Nachweise können sehr einfach mit Arbeitgebern und anderen Institutionen geteilt werden.

Abschlüsse auf Papier nicht mehr zeitgemäß

"Dass Universitäten ihre Abschlüsse noch immer auf Papier ausstellen und diese nicht digital und automatisiert zu validieren sind, ist schlicht nicht mehr zeitgemäß", so Prof. Christoph Meinel, Direktor des HPI Hasso-Plattner-Instituts und Leiter des Fachgebiets Internet-Systeme und Technologien. "Wir freuen uns, dass wir mit unserer Expertise, unter anderem im Bereich Blockchain, nun gemeinsam daran arbeiten, hier sinnvolle, technologisch gestützte Lösungen zu entwickeln." Auf seiner digitalen Lernplattform openHPI stellt das HPI schon seit längerem digitale Zeugnisse für Lernende aus.

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