FoodTech-Industrie Agricultural Startups: Besser für Esser

Autor / Redakteur: Dr. Torsten Oelke / Silke Höffken

Lebensmittelsicherheit ist durch die zunehmende Digitalisierung zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Und der Bereich entwickelt sich mit großer Geschwindigkeit weiter – befördert durch massive Investitionen in Hightech für traditionelle Landwirte und Biobauern. Geliefert werden die Technologien von innovativen FoodTech Startups.

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(Bild: www.cube-global.com/iStock)

In der logistischen Kette sind Hersteller, Handel und die individuellen Haushalte durch den Einsatz von Informationssystemen und das Internet praktisch nahtlos miteinander verbunden. Dank der weltweiten Harmonisierung innerhalb dieser Lieferketten ist zum Beispiel die Rückverfolgung der Produkte vom Käufer zum Erzeuger möglich. Produktrückrufe können – wenn nötig – in kürzester Zeit an die betroffene Zielgruppe gesendet werden. Man muss sich nur vergegenwärtigen, dass im vergangenen Jahr die Rückrufe der Automobilbauer mehr Fahrzeuge in den USA betroffen haben als es überhaupt Neuzulassungen gab. Es wäre lebensgefährlich, wenn dieses Qualitätsniveau auch in der Lebensmittelindustrie vorherrschen würde.

Dabei entwickelt sich das Gebiet der Lebensmittelsicherheit mit großer Geschwindigkeit weiter – befördert durch massive Investitionen in Hightech für traditionelle Landwirte und Biobauern. Das Ziel besteht aber nicht nur darin, Sicherheit und Zuverlässigkeit der Lebensmittelproduktion weiter zu verbessern, sondern auch darin die Nahrungsmittelerzeugung weniger anfällig für schlechtes Wetter, Missernten und Schädlingsbefall zu machen. Zusätzlich führt die erreichte Automatisierung zu mehr Effizienz und letztlich geringeren Kosten. Sensoren und Aktoren unterstützen zum Beispiel das Pflanzenwachstum.

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Nicht nur die etablierten Branchengrößen investieren

Es ist nicht überraschend, dass die Investitionen in den vier wichtigsten Bereichen der Lebensmitteltechnologien – Acker- und Pflanzenbau, Landwirtschaftliche Technologien, Digital Farming und Lebensmittelproduktion enorm zugenommen haben. Nicht nur traditionelle Branchengrößen wie Bayer CropScience, BASF, DuPont, Dow Chemical und Cargill oder Syngenta und Monsanto haben hier eigene Venture Capital Fonds aufgesetzt. Auch branchenfremde Organisationen dieses speziellen Industriezweigs öffnen ihre Kassen, um in FoodTech Startups zu investieren – so zum Beispiel Google oder der Automobilzulieferer Bosch. Auch IT-Spezialisten wie IBM oder SAP widmen ihre Branchenfonds der FoodTech-Industrie. Mehr als 2,1 Milliarden Dollar wurden alleine im Jahr 2015 in Startup-Unternehmen gepumpt, besagen Untersuchungen von AgFunder. Und das Ergebnis lässt sich bereits auf dem Acker besichtigen.

Newcomer betreten die Bühne

Während zwar die meisten Neugründungen derzeit in den USA entstehen, wo die großen Farmer aus dem amerikanischen Mittelwesten ein hohes Interesse daran haben, in qualitäts- und effizienzsteigernde Technologien zu investieren, betreten doch auch mehr und mehr Newcomer die Bühne. So arbeitet zum Beispiel das in Spanien ansässige Startup Plant Response Biotech an Pflanzenschutzmitteln und –verfahren aus biologischen Produkten zur Erhöhung der Pflanzenvitalität und Widerstandsfähigkeit und nutzt dabei genetische Verbesserungen. Gamaya aus der Schweiz entwickelt Lösungen für die Diagnose von Ackerland mit hyperspektraler Bild-Technologie, Drohnen- basiertem Einsatz und künstlicher Intelligenz. Die irische Nuritas Nutzt künstliche Intelligenz, um die ernährungsphysiologischen Vorteile von Lebensmittelnebenprodukten zu erschließen und Abfall zu reduzieren.

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