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Expertenbeitrag

 Christian Rampelt

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Arbeiten 4.0 Agilität als Wettbewerbsvorteil in Unternehmen

| Autor / Redakteur: Christian Rampelt / Sebastian Human

In Zeiten, in denen Globalisierung und technische Innovationen das Tempo der Geschäftsprozesse beschleunigen, stehen Unternehmen vor der Herausforderung, schnell reagieren zu müssen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

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Statt Teams sich selbst zu überlassen, sollten Führungskräfte das Prinzip des Shared Leaderships anwenden.
Statt Teams sich selbst zu überlassen, sollten Führungskräfte das Prinzip des Shared Leaderships anwenden.
(Bild: Photo by Annie Spratt on Unsplash / CC0 )

Daher bekommen Mitarbeiter den Ausspruch „Wir müssen agiler werden“ von ihren Vorgesetzten wahrscheinlich regelmäßig zu hören. Fraglich ist jedoch, ob Betriebe in der sogenannten VUKA-Welt noch mit klassischen Organisationsformen und eingestaubten Führungsstilen bestehen können. Auch wenn das Akronym VUKA zunächst befremdlich klingt, steht der Begriff lediglich für die Schlagworte Volatilität, Unbeständigkeit, Komplexität und Ambiguität.

Neue Herausforderungen in der VUKA-Welt

Agiles Management bedeutet aber nicht nur, flexibel auf Anforderungen zu reagieren, sondern auch, proaktiv zu handeln und Entwicklungen vorherzusehen. Dementsprechend gilt der Druck zur Veränderung für die gesamte Unternehmenskultur. Chefs können nicht flache Hierarchien und Flexibilität predigen und gleichzeitig bei der Umsetzung selbst keine Kompetenzen abgeben, ohne dass das ihre Glaubwürdigkeit angreift.

Da sich die Anforderungen an Firmen mittlerweile täglich ändern, muss besonders die Managementebene reagieren. Während leitende Angestellte noch vor einigen Jahren gleichzeitig ihre Mitarbeiter wie auch das jeweilige Ziel im Blick behalten konnten, müssen sie nun auf die Kompetenz ihres Teams bauen und ihm die Freiheit lassen, flexibel zu reagieren und selbst zu entscheiden. Die Manager müssen dabei ihr Vertrauen in die Expertise ihrer Angestellten setzen. Allerdings fällt es vielen schwer, die Zügel aus der Hand zu geben, da sie es als ihre Aufgabe ansehen, ihre Beschäftigten zu führen - und zwar durch klare Anweisungen. In Zeiten, in denen der Markt bereits morgen ein anderes Ziel vorgibt, kann das jedoch nicht funktionieren. Die Bündelung von Informationen und Entscheidungsgewalt auf Führungsebene lässt Prozesse unnötig behäbig verlaufen und behindert die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Statt Teams sich selbst zu überlassen, muss der verantwortliche Chef nach dem Prinzip des Shared Leaderships verfahren. Das bedeutet, dass das Team gemeinsam Entscheidungen trifft, während der Vorgesetzte als Mentor oder Coach zur Seite steht und nicht an der Position des einsamen Entscheiders festhält. Koordination, Moderation und Empowerment stehen im Vordergrund und nicht autoritäres Delegieren. Zu den essenziellen Erfolgskriterien zählt es zudem, offen und ehrlich zu kommunizieren.

Die viel diskutierten und manchmal verpönten Stand-up-Meetings bringen entgegen aller Vorurteile alle Teammitglieder schnell auf den gleichen Stand, ohne dabei unnötig Ressourcen zu verschwenden. Allerdings gehören eine kurze Dauer, die Vermeidung beziehungsweise Vertagung von Diskussionen und eine gute Vorbereitung zu den Grundregeln für ein produktives Gelingen. Auch Lob und Kritik darf offen und konstruktiv zur Sprache kommen, damit sich jeder als gleichberechtigtes Teammitglied fühlt.

Der Wandel muss im Kopf beginnen

Tools, wie Scrum oder Kanban, eignen sich in den meisten Firmen für die Umsetzung agiler Strukturen. Jedoch ist es wichtiger, dass die Veränderung im Kopf erfolgt, denn Agilität stellt nicht einfach eine Methode dar, sondern eine Einstellung. Daher genügt es nicht, die Mitarbeiter bei einem Meeting davon in Kenntnis zu setzen, dass im Unternehmen nun agile Prozesse stattfinden.

Stattdessen kann es sich als sinnvoll erweisen, das Projekt Stück für Stück umzusetzen, wenn die Veränderung der Organisationsstruktur eine große Umstellung bedeutet. Führungskräfte sollten außerdem damit rechnen, dass nach der ersten Euphorie Probleme auftreten können, selbst wenn die Anpassung auf den ersten Blick zu funktionieren scheint. Sie sollten sich davon jedoch nicht abschrecken lassen, sondern durch eine genaue Analyse den Kern des Problems ausmachen. Agile Managementprozesse mit Hartnäckigkeit zu verfolgen, lohnt sich auf lange Sicht, weil durch sie Unternehmen im Wettbewerb bestehen können.

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