Siemens Additive Produktion von maßgeschneiderten Brillen

Von Marie Lücke

Werden Brillengestelle aus dem 3D-Drucker bald auf dem breiten Markt zu finden sein? Additive Scale und You Mawo bieten bereits individualisierte Brillengestelle an. Bisher war die reproduzierbare Produktion in sehr großen Stückzahlen jedoch der Knackpunkt.

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Siemens unterstützt Brillendesigner You Mawo dabei, maßgeschneiderte Brillengestelle so anzubieten, dass sie für einen breiten Markt zugänglich, erschwinglich und nachhaltig sind.
Siemens unterstützt Brillendesigner You Mawo dabei, maßgeschneiderte Brillengestelle so anzubieten, dass sie für einen breiten Markt zugänglich, erschwinglich und nachhaltig sind.
(Bild: Siemens)

Siemens unterstützt das Start-up You Mawo dabei, maßgeschneiderte Brillengestelle so anzubieten, dass sie für einen breiten Markt zugänglich, erschwinglich und nachhaltig sind. Wie der Großkonzern mitteilt, will You Mawo diese wirtschaftlich rentabel und verantwortungsbewusst produzieren lassen. Bei der Individualisierung sollen Parameter wie Design, eine auf den Träger abgestimmte Passform und Farbe berücksichtigt werden.

Durchgängige Automatisierung und Digitalisierung aller Prozessschritte sollen die Industrialisierung von Additive Manufacturing ermöglichen. Simulation und Digital Twins helfen, die Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit zu prüfen und umzusetzen. Vorteile der additiv produzierten Brillengestelle wären die perfekte Passform, das Einsparen von Material sowie der geringere CO2-Fußabdruck, welcher laut Siemens um bis zu 58 Prozent gesenkt werden kann.

Die Fertigung der 3D-Druck-basierten Brillengestelle hat sich die eigens dafür gegründete Additive Scale GmbH zum Ziel gesetzt. Ihr Ansatz besteht aus einer prioritären Lösungskette aus 3D-Druck-Systemen, Oberflächenbehandlungs- und Färbekomponenten sowie Software, um kundenindividuell Brillengestelle mit reproduzierbaren Teileeigenschaften zu erzeugen. Siemens unterstützt das Vorhaben von Additive Scale mit seinem Portfolio an Automatisierungs- und Digitalisierungslösungen sowie Finanzierungslösungen, so heißt es.

Seit Mai 2021 produziere Additive Scale für You Mawo individualisierte Brillengestelle mit einer jährlichen Kapazität von circa 50.000 Gestellen.

Simulation mit digitalem Zwilling

Im ersten Schritt haben die Fabrikplanungsexperten von Siemens Advanta gemeinsam mit Additive Scale einen digitalen Zwilling der Produktion erstellt, der alle Prozessschritte und Maschinen enthält.

Somit können laut des Konzerns unterschiedliche Ansätze des Materialflusses und Produktions-Layouts simuliert werden – beispielsweise der Transport von Teilen von einer Maschine zur nächsten über AGVs, Förderbänder oder Roboter. Zudem wird die Wirtschaftlichkeit der Produktion geprüft, ohne Risiken einzugehen.

Die Brillengestelle werden laut Siemens im selektiven Lasersintern auf EOS-Maschinen gedruckt. Für die Oberflächenbehandlung und Färbung kommt der Spezialist Dye Mansion hinzu.

EOS, Dye Mansion und Siemens haben bereits in der Vergangenheit an Projekten im Bereich der Automatisierung und Digitalisierung der Produktionsanlagen zusammengearbeitet.

Finanzierungskonzept

Finanziert werden die industriellen 3D-Druck-Maschinen für Additive Scale von Siemens Financial Servies (SFS), der Finanzierungssparte von Siemens. Ziel war es nach eigenen Angaben, die unmittelbare Investitionshürde zu senken und bei steigendem Produktionsbedarf eine Skalierung zu ermöglichen.

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