Mobilfunkentwicklung 5G verändert die industrielle Arbeitswelt

Redakteur: Julia Bender

Damit 5G auch erfolgreich in der Industrie angewendet werden kann, muss vorab sichergestellt werden, dass die Technologie den Anforderungen der Unternehmen gerecht werden kann. Eine WISO-Publikation der Friedrich-Ebert-Stiftung diskutiert bestehende Hürden und Chancen.

Firmen zum Thema

Mit der Einführung von 5G entstehen für die Industrie viele Chancen, jedoch müssen dafür erst einmal die bestehenden Hürden gemeistert werden.
Mit der Einführung von 5G entstehen für die Industrie viele Chancen, jedoch müssen dafür erst einmal die bestehenden Hürden gemeistert werden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die nächste Generation der drahtlosen Konnektivität namens 5G setzt nicht nur neue Standards für die Verständigung zwischen Menschen, sondern insbesondere für die Mensch-Maschine-Kommunikation und den Informationsaustausch zwischen Maschinen. Mit Datenraten bis zu 20 Gbit/s und einer Reaktionszeit von bis zu einer Millisekunde kann erstmals eine zuverlässige und schnelle Übertragung riesiger Datenmengen gewährleistet werden. Die Publikation 5G für die vernetzte Industrie der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigt auf, welches Potenzial 5G mit sich bringt und wo es noch Schwierigkeiten gibt.

Die Unternehmen müssen sich verändern

Zurzeit verzeichnen Unternehmen eine zunehmende Nachfrage nach individualisierten und jederzeit verfügbaren Produkten. Verbraucher fordern zudem mehr Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg. Aus diesen Gründen besteht die Herausforderung für die Industrie insbesondere darin, flexibler, effizienter und einsehbarer zu handeln und Produkte, Prozesse sowie Dienstleistungen umzustrukturieren, zu optimieren und zu erweitern. Da sich vor allem mittelständige Unternehmen mit diesen Aufgaben schwertun, zeigen Institute wie beispielsweise das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen durch angewandte Forschung auf, welche Bedeutung 5G hat und wie man es konkret anwenden kann. „Gemeinnützige, angewandte Forschung aus der Zuse-Gemeinschaft unterstützt Unternehmen darin auszutesten, ob 5G für sie eine sinnvolle Option ist“, erklärt die Geschäftsführerin der Zuse-Gemeinschaft Dr. Annette Treffkorn.

Einsatzgebiete von 5G in der Industrie

Der Einsatz von 5G könne den Übergang zu Industrie 4.0 vereinfachen und intensivieren, sagt Gruppenleiter am FIR Vasco Seelmann. Die neue Technologie ermöglicht beispielsweise im Kontext der vorausschauenden Wartung eine Erhöhung der Anzahl an Sensoren, die an die Maschine angeschlossen sind. Dadurch steigt die Zuverlässigkeit der gelieferten Informationen, denn je vollständiger die Daten sind, desto weniger Anomalien werden übersehen. Weitere industrielle Anwendungsfälle von 5G finden sich bei mobilen Robotern, fahrerlosen Transportsystemen und Augmented Reality, wodurch Arbeitsabläufe im Produktionsumfeld vernetzter und flexibler werden könnten. Das Know-How zur Nutzung des neuen Mobilfunks in der Industrie muss allerdings erst aufgebaut werden, denn die Übernahme der Technologie in Unternehmen sei – Vasco Seelmann zufolge - kein Selbstläufer, da der Markt relativ intransparent sei und Anwender häufig noch nicht wüssten, wie sie 5G einsetzen können und welche Kosten mit den Netzen verbunden sind.

Bei Interesse finden Sie weitere Informationen in der Publikation 5G für die vernetzte Industrie der Friedrich-Ebert-Stiftung.

(ID:47011844)