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Expertenbeitrag

Martin Klapdor

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Senior Solutions Architect, NETSCOUT, Netscout

Trend-Dossier 2019

5G, Multi Access Edge Computing und Smarte Daten sind Voraussetzung für flächendeckendes IoT

| Autor/ Redakteur: Martin Klapdor / Sebastian Human

Das Jahr 2019 steht ganz im Zeichen von Multi Access Edge Computing, intelligenten Daten und dem neuen Mobilfunkstandard 5G. Gerade Letzterer sorgt aktuell für viel Gesprächsstoff.

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Gerade im industriellen Umfeld müssen Daten in Echtzeit und mit extrem geringen Latenzzeiten verarbeitet werden können.
Gerade im industriellen Umfeld müssen Daten in Echtzeit und mit extrem geringen Latenzzeiten verarbeitet werden können.
( Bild: Photo by Fabio Ballasina on Unsplash / CC0 )

Der wohl heißeste Trend ist und bleibt 5G. So nahm Vodafone vor Kurzem den ersten 5G-Sendemast in Deutschland in Betrieb – der Chef des Service Providers verkündete das Go-Live werbewirksam in Form eines Hologramms. Laut Ausrüster Huawei testen derzeit 154 Anbieter aus 66 Nationen 5G in ihren Netzen. Die Stadt Wien und die Deutsche Telekom haben kürzlich in einem Pilotprojekt in der Innenstadt ein Pre-5G-Netz mit der Hilfe von Small Cells aufgebaut. Pilotprojekte gibt es in der DACH-Region bereits zahlreiche. Im ersten Halbjahr 2019 sollen dann auch die Frequenzen für Telekommunikationsanbieter in Deutschland versteigert werden. Aber auch Unternehmen, Gemeinden und lokale Service Provider sollen nach Plänen der Bundesnetzagentur durch einfache Antragsstellung eigene 5G-Netze aufbauen können, um IoT-Szenarien besser umsetzen zu können. Denn 5G bleibt weiterhin unabdingbare Voraussetzung, um das Internet der Dinge im industriellen Umfeld voranzutreiben und flächendeckend zu ermöglichen.

Trotzdem ist auf den Durchbruch und erste kommerzielle Nutzungsszenarien von 5G auch im nächsten Jahr nicht zu hoffen, denn Netzbetreiber fordern von der Bundesnetzagentur bessere Rahmenbedingungen. Gleichzeitig fordert die Politik mehr Strenge und die Pflicht zum flächendeckenden 5G-Ausbau. Werden diese Konflikte nicht beigelegt, könnte sich die Frequenzvergabe weiter verschieben oder gar scheitern – und somit schließlich auch IoT-Szenarien deutlich verzögern.

Multi Access Edge Computing hilft bei der Entwicklung von 5G-Anwendungen

Durch IoT- und 5G-Szenarien wird 2019 ein weiterer Trend befeuert: das Multi Access Edge Computing (MEC). Gerade im industriellen Umfeld müssen Daten in Echtzeit und mit extrem geringen Latenzzeiten verarbeitet werden können. Und bei der Machine-to-Machine-Kommunikation fallen massenhaft Daten an. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Verarbeitung dieser Daten an den Rand des Netzwerks (Edge) zu verlagern. MEC stellt dabei eine virtualisierte Architektur mit vielen kleineren Netzwerken am Rande dar, die Daten sammeln, aggregieren, analysieren und weiterleiten.

Der Vorteil: Informationen müssen für ihre Verarbeitung nicht erst von der intelligenten Maschine oder dem Netzwerk in die Cloud und wieder zurück transferiert werden. Auf diese Weise verringern sich die Übertragungsstrecke und damit die Übertragungszeit. Auch mögliche Fehlerquellen, die während der Übertragung zur Cloud auftauchen können, werden durch Edge Computing reduziert.

Die Vorteile sind so vielversprechend, dass Anbieter wie die Deutsche Telekom in Zusammenarbeit mit Aricent eine Edge-Plattform planen. Über die Plattform sollen in Zukunft Unternehmen ihre Anwendungen und Services im 5G-Mobilnetz schneller und effizienter entwickeln und auf den Markt bringen können. Eine Reihe weiterer Branchengrößen haben ebenfalls kürzlich große Investitionen und Produktstrategien rund um MEC angekündigt, darunter HPE und Dell/VMware. Allerdings wird sich auch 2019 Multi Access Edge Computing in einem noch sehr frühen Stadium befinden.

Smart Data schafft Transparenz bei der Vernetzung

Mit Blick auf 5G und der Vernetzung im IoT werden 2019 auch Smarte Daten oder Smart Data wichtig. Dies sind spezielle Daten, die aus den riesigen IP-Datenmengen herausgezogen werden. Sie enthalten dabei nur sinnvolle Informationen, die geordnet und analysiert weiterverwendet werden können. Gerade in 5G- und IoT-Szenarien, in denen die hochgradige Vernetzung im Mittelpunkt steht, muss die eingesetzte Technologie reibungslos funktionieren. Geht es beispielsweise um vernetzte Maschinen, die schnell und selbstständig Entscheidungen treffen müssen, kann eine fehlerhafte Dienstkomponente gravierende Konsequenzen nach sich ziehen. So kann der Informationsaustausch zwischen Maschinen und Produkten beeinträchtigt und nachgelagerte Prozesse oder gar Produktionsschritte komplett zum Erliegen kommen. Ohne eine vollständige Sicht auf die vernetzten IoT-Komponenten ist es für Unternehmen schwer zu erkennen, ob diese Geräte einwandfrei funktionieren und wie sie sich im Netzwerk verhalten. Smart Data unterstützen hier, den richtigen Einblick zu erhalten.

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