Deutscher Industrie 4.0 Index 2017

50 % der Unternehmen setzen Industrie 4.0 bereits um

| Redakteur: Jürgen Schreier

Mit Condition Monitoring lassen sich Anlagenzustände überwachen. Dafür hat Siemens das Condition Monitoring System Siplus CMS1200 entwickelt. Basis ist das Condition Monitoring Modul SM 1281 als Erweiterungsbaugruppe der Simatic S7-1200-Controller.
Mit Condition Monitoring lassen sich Anlagenzustände überwachen. Dafür hat Siemens das Condition Monitoring System Siplus CMS1200 entwickelt. Basis ist das Condition Monitoring Modul SM 1281 als Erweiterungsbaugruppe der Simatic S7-1200-Controller. (Bild: Siemens)

Der Knoten ist geplatzt: Fast 50 % der deutschen Industrie-Unternehmen haben bei Industrie 4.0 die Planungs- und Testphase hinter sich gelassen und setzen Industrie-4.0-Konzepte in die Praxis um. Führend dabei ist die Automobilindustrie.

Auch wenn Deutschland im weltweiten Vergleich nur eine mittelmäßige Positionierung bei Thema Sachen Digitalisierung erreicht (Innovationsindikator 2017 von Acatech und BDI), muss sich die deutsche Wirtschaft nicht verstecken, wenn es um Industrie 4.0 geht. Der Deutsche Industrie 4.0-Index, der seit 2014 von der Unternehmensberatung Staufen AG erhoben wird, ist seit Beginn seiner Messung stetig angestiegen. 2017 erreicht er mit 41 von 100 möglichen Punkten seinen bisherigen Höchstwert.

Fast zwei Drittel der Unternehmen sind planerisch oder operativ unterwegs

Fast alle Unternehmen, so Staufen, haben erkannt, dass sie um die digitale Transformation nicht mehr herumkommen. Befand sich 2016 noch ein Drittel der Unternehmen in der "Beobachtungsphase", begnügt sich mittlerweile nur noch ein Viertel mit der reinen Analyse der Möglichkeiten von Industrie 4.0. 48 Prozent der Unternehmen haben die Planungs- und Testphase inzwischen verlassen. Sie setzen Industrie 4.0 konkret um - entweder in Einzelprojekten oder unternehmensübergreifend. Für den Deutschen Industrie 4.0 Index 2017 haben die Experten von Staufen Digital Neonex rund 400 Industrieunternehmen in Deutschland befragt.

„Verharrte im vergangenen Jahr noch die halbe Industrie in einer abwartenden oder beobachtenden Position, sind nun fast zwei Drittel der Unternehmen planerisch oder sogar operativ aktiv geworden“, resümiert Thomas Rohrbach, Geschäftsführer von Staufen Digital Neonex. Ungeachtet dieser erfreulichen Entwicklung gebe es aber noch reichlich Verbesserungspotenzial. „Die Tatsache, dass der Anteil der umfassend operativ digitalisierten Firmen stagniert, zeigt eindeutig, dass es noch immer nur wenige Pioniere sind, die den Weg der digitalen Transformation bereits wirklich konsequent eingeschlagen haben“, meint Digitalisierungs-Experte Rohrbach.

Der "digitale Fokus" liegt auf der Produktion

Bei den deutschen Unternehmen liegt der "digitale Fokus" ganz klar auf der Produktion. 85 Prozent der Befragten, die sich bereits konkret mit Industrie 4.0 beschäftigen, setzen am Shopfloor bereits „smarte“ Konzepte ein oder stehen kurz davor. Besonders weit ist man damit in der Automobilindustrie (97 Prozent); es folgen die Elektroindustrie (86 Prozent) sowie dem Maschinen- und Anlagenbau (74 Prozent). Für die Logistik/Lagerhaltung zeigt sich das gewohnte Bild der Vorjahre. Der produktionsnahe Bereich rangiert mit 56 Prozent auf dem zweiten Platz. Auch die Forschungs- und Entwicklungsarbeit hat sich auf dem vergleichsweise hohen Wert des Vorjahres stabilisiert und wird in vier von zehn Unternehmen von Industrie 4.0 getrieben.

Aus dem Bereich Service wurde für den Deutschen Industrie 4.0 Index 2017 erstmals das Feld Instandhaltung/After Sales als eigene Kategorie herausgelöst. Bei gut einem Drittel der Unternehmen spielt Industrie 4.0 in diesem Zusammenhang bereits eine Rolle; insgesamt belegt der neue Bereich damit aus dem Stand heraus den vierten Rang.

Bereich Service erzielt beträchtlichen Zuwachs

„Wie unsere Studie zeigt, konnte der verschlankte Bereich Service dennoch im Jahresvergleich den größten Zuwachs verzeichnen“, erläutert Thomas Rohrbach von Staufen Digital Neonex. „Die ersten Unternehmen arbeiten also auch abseits von Predictive Maintenance an neuen Serviceangeboten und Geschäftsmodellen im Umfeld von Industrie 4.0. Da diese digitale Topline das zentrale Instrument ist, um die Wertschöpfungsposition deutscher Unternehmen zu stärken und neues Wertschöpfungspotenzial zu erschließen, sollten die anderen Unternehmen diesem Vorbild sehr schnell folgen.“

Neues Standardwerk zu Industrie 4.0 erschienen

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31.08.17 - Digital to Print: Das Team von Industry of Things betreibt nicht nur das größte, deutschsprachige Portal zum industriellen Internet der Dinge, sondern gibt nun auch ein Fachbuch zur Digitalisierung der Industrie heraus. lesen

Für den Deutschen Industrie 4.0 Index 2017 befragte die Staufen AG zusammen mit der Staufen Digital Neonex GmbH insgesamt 394 Unternehmen in Deutschland. Mehr als 70 Prozent der befragten Unternehmen entstammen dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobil- und der Elektroindustrie. Die Industrie-4.0-Studie kann unter folgendem Kontakt angefordert werden: Kathrin Kurz, k.kurz@staufen.ag.

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