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Digitale Transformation

5 Herausforderungen bei der Einführung von KI und RPA

| Autor/ Redakteur: Per Stritich* / Julia Reger

Fortschritte in künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning haben ein neues Zeitalter der Automatisierung eingeläutet. Sie werden unsere Arbeits- und Lebensweise verändern. Automatisierung kann eine immer größere Anzahl an Geschäftsprozessen übernehmen und dabei die bisherige menschliche Leistung erreichen oder sogar übertreffen.

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Organisationen sollten sich die Zeit nehmen und diese fünf Herausforderungen angehen. Dann sind sie in der Lage, die Einführung von KI und RPA erfolgreich zu meistern.
Organisationen sollten sich die Zeit nehmen und diese fünf Herausforderungen angehen. Dann sind sie in der Lage, die Einführung von KI und RPA erfolgreich zu meistern.
( Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Robotic Process Automation (RPA) als Technologie hält in einer wachsenden Anzahl von Branchen Einzug. Dazu gehört das Banken- und Finanzwesen ebenso wie das Gesundheitswesen, Versicherungen und die Fertigungsindustrie. Sie haben die Vorteile von RPA wie eine höhere Genauigkeit, Effizienz und Produktivität bereits erkannt. Allerdings profitieren nicht nur Unternehmen, sondern auch die Mitarbeiter von RPA.

Eine aktuelle Studie von Goldsmiths, University of London, im Auftrag von Automation Anywhere fand heraus, dass 72 Prozent der befragten 4.000 Arbeitnehmer in Nordamerika, Großbritannien, Japan und Indien der Meinung sind, dass KI und Automatisierung ihnen dabei helfen kann, ihre Arbeit besser zu erledigen. Sie gaben außerdem an, dass RPA-Bots repetitive Aufgaben übernehmen und sie sich dadurch neuen Herausforderungen widmen können. Darüber hinaus können sie kreativer arbeiten und sich weiterentwickeln. Es überrascht daher auch nicht, dass sie sich ein höheres Engagement sowie eine bessere Work-Life-Balance erwarten. Beides wiederum trägt zu einer höheren Produktivität bei.

Viele Unternehmen setzen RPA- und KI-Technologien momentan nur bei kleinen Projekten oder Proof-of-Concept Anwendungsfällen ein – und entwickeln so ihre Automatisierungsstrategien weiter. Die oben bereits erwähnte Studie der University of London stellt auch fest, dass weltweit nur 38 Prozent aller Mitarbeiter Automatisierungstechnologien in ihrer täglichen Arbeit einsetzen. Darüber hinaus gaben drei Prozent der CEOs an, KI grundsätzlich auf operativer Ebene implementiert zu haben. In den nächsten Jahren wird der Einsatz dieser Technologien jedoch signifikant zunehmen.

Eine Deloitte Studie schätzt, dass 72 Prozent aller Unternehmen bis zum Jahr 2020 RPA einsetzen. Das heißt, dass RPA innerhalb der nächsten fünf Jahre nahezu universell eingeführt wird. Allerdings bringt die Implementierung von KI und Automatisierung einige Herausforderungen mit sich. Organisationen sollten sich die Zeit nehmen und die folgenden fünf Herausforderungen angehen. Dann sind sie in der Lage, das volle Potenzial von KI und RPA auszuschöpfen.

1. Höheres Augenmerk auf Unternehmenskultur und Technologie legen

Die Herausforderung, KI und Automatisierung zu skalieren, liegt oftmals nicht in der Technologie selbst. Vielmehr ist häufig die Unternehmenskultur wichtig, um Veränderungen in der Arbeitsumgebung umzusetzen. 57 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie produktiver wären, könnten sie mit KI und RPA in ihrer täglichen Arbeit experimentieren. Allerdings beginnen Automatisierungsprojekte jedoch zu häufig als Initiativen für einen bestimmten Anwendungsfall und kämpfen damit, dies zu skalieren.

Anstatt RPA in spezifischen Projekten einzusetzen, wird ein internes Team empfohlen, das wie ein Lean Startup agiert und das Ziel hat, durch Handeln zu lernen. Dieser Ansatz erfordert natürlich, dass die Unternehmensleitung dies unterstützt – hilft aber auch dabei, sich auf eine umfangreichere Automatisierungsstrategie zu konzentrieren. Da die Implementierung nicht immer problemlos abläuft, sollten Organisationen darauf achten, Erfolge zu feiern und Vertrauen in die neu implementierten Technologien aufzubauen.

2. Weiterbildung und Umschulung der Mitarbeiter

Schätzungen gehen momentan davon aus, dass Automatisierung 30 Prozent oder mehr der bestehenden Aufgaben ersetzen wird – aber nur fünf Prozent der gesamten bestehenden Arbeitsplätze. Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter daher kontinuierlich weiterqualifizieren und möglicherweise umschulen. Der Fokus sollte auf sozialer Kompetenz, Empathie und Kreativität liegen und gleichzeitig die Mitarbeiter für die Arbeit mit RPA-Bots schulen. Darüber hinaus sollten sich Organisationen dafür einsetzen, dass die Menschen bestmöglich gefördert werden – es geht nicht nur um die Jobs selbst. Die Mitarbeiter wissen, dass sich Arbeitsplätze immer weiterentwickelt haben und sich auch künftig verändern werden.

3. Investitionen in Vielfalt

Diversität ist sowohl aus menschlicher als auch wirtschaftlicher Sicht enorm wichtig – doch weltweit sind laut LinkedIn (via Weltwirtschaftsforum) nur 22 Prozent der KI-Experten weiblich. Die fehlende Vielfalt im Bereich kognitiver Technologien wirkt sich wirtschaftlich und gesellschaftlich auf die Personen aus, die von den schnelllebigen technologischen Entwicklungen zurückgelassen werden.

Aus Business-Sicht fördert eine homogene Organisation Vorurteile und bremst Innovationen und valide Problemlösungen. Beim Aufbau einer neuen Unternehmensstruktur können solche Einschränkungen zu Prozessen und Services führen, die nicht jedem Anwender und Kunden dienen. Unternehmen müssen stattdessen daran arbeiten, unterschiedliche Talente anzusprechen. So lassen sich sowohl eine organisatorische Belastbarkeit unterstützen als auch unterschiedliche Standpunkte fördern.

4. Authentisch bleiben

Der Hype um KI und Automatisierung kann intern zum Widerstand gegen solche neuen Technologien führen – und so die Produktivitäts- und Effizienz-Steigerungen schmälern. Denn es reicht nicht aus, einfach eine neue Technologie einzuführen, sondern auch die Unternehmenskultur muss verändert werden. Dazu sind die Zustimmung und das Engagement der Mitarbeiter notwendig. Beides lässt sich erzielen, indem die Organisation transparent kommuniziert, in welche Richtung sie sich weiterentwickelt, welche Rolle Automatisierung dabei spielt und wie die Teams involviert werden.

Die Mehrheit der Mitarbeiter ist der Meinung, dass die KI zwar häufig diskutiert wird, die meisten aber tatsächlich sehr wenig darüber wissen. Laut einer Studie der University of London sind 53 Prozent der Beschäftigten skeptisch, wenn ein Unternehmen behauptet, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung über KI-Kapazitäten verfügt. Daher ist es wichtig, nicht zu viel zu versprechen und zu wenig zu liefern. Organisationen sollten stattdessen Produktfunktionen oder Services offen und transparent kommunizieren, um so das Vertrauen von Mitarbeitern und Kunden auf- und auszubauen.

5. Widerstandfähigkeit fördern

Noch weiß niemand, welche Fähigkeiten künftig benötigt werden. Die Herausforderung besteht darin, ein belastbares und dynamisches Denken zu fördern, auf dessen Basis ein Unternehmen schnell auf die durch Automatisierung und Expansion hervorgerufenen Veränderungen reagieren kann. Jeder Mitarbeiter sollte daher eine eigene Art der Wachstumsstrategie verfolgen, die auf einer flexiblen Denkweise basiert. Sie ist auch erforderlich, um in einer kontinuierlich wechselnden Umgebung weiterhin erfolgreich zu sein.

Die Automatisierung beginnt ihre Erfolgsgeschichte gerade erst. Mit RPA können sich Mitarbeiter wieder darauf konzentrieren, was Menschen am besten können. Dazu gehört kreatives Denken, um die wichtigsten Probleme unserer Zeit zu lösen und die Zukunft aufzubauen.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal marconomy.de erschienen.

* Per Stritich ist Vice President Central & Eastern Europe bei Automation Anywhere.

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