IoT-Identitäten 5 Grundsätze für die digitale Transformation

Autor / Redakteur: André Thelen* / Stephan Augsten

Das Internet der Dinge, auch als Internet of Things oder kurz IoT bekannt, ist bereits überall präsent und wird sich langfristig etablieren. Unternehmen und Organisationen müssen das als Chance sehen. Andernfalls werden sie zukunftsorientierteren Mitbewerbern gegenüber ins Hintertreffen geraten.

Firma zum Thema

Sowohl Geräte als auch Benutzer benötigen im Internet der Dinge unkompromittierbare Identitäten.
Sowohl Geräte als auch Benutzer benötigen im Internet der Dinge unkompromittierbare Identitäten.
(Bild: Archiv)

Laut Gartner wird die Zahl der IoT-Geräte bis 2020 auf 25 Milliarden anwachsen. All jene Firmen, die Technologien des IoT effektiv nutzen, um Benutzer persönlich anzusprechen, werden die Zukunft ihrer jeweiligen Branchen entscheidend mitgestalten.

Für die Schaffung einer umfassenden Benutzererfahrung spielt die digitale Identitätsverwaltung eine entscheidende Rolle. Diese Systeme vereinheitlichen die Identitäten von Benutzern, Cloud-Diensten und verbunden Geräten und verändern die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Kunden interagieren.

In einem Ökosystem für digitale Identitäten wird allen Benutzern oder Geräten, die mit dem Internet verbunden sind, eine eindeutige digitale Identität zugewiesen. Dies ermöglicht es den Unternehmen, sichere, personalisierte Benutzererfahrungen zu gestalten und gleichzeitig wertvolle Daten zu den Vorlieben und dem Verhalten ihrer Kunden zu erfassen.

Unternehmen können das IoT für sich nutzen und von den Chancen profitieren, die es ihnen bietet. Sie sollten dabei aber die folgenden fünf Grundsätze für erfolgreiche digitale Geschäftsprozesse berücksichtigen:

1. Verstärkung des Datenschutzes

Eine erfolgreiche digitale Transformation birgt Herausforderungen. Das IoT bringt ein explosionsartiges Wachstum von Benutzerdaten mit sich, deren sichere Erfassung und sorgfältige Weitergabe entscheidend für den Erfolg von digitalen Unternehmen ist.

Aufgrund zunehmender Bedenken der Benutzer hinsichtlich ihrer Privatsphäre und der Vorschriften zum Datenschutz müssen Unternehmen mit erheblichen finanziellen, rechtlichen und rufschädigenden Konsequenzen rechnen, wenn es zu einem Verlust personenbezogener Daten kommen sollte. Man sollte also alles daran setzen, die Privatsphäre der Benutzer bei der Vernetzung von Cloud-Diensten und Geräten zu schützen.

Der Aufbau von sicheren, durch Vertrauen geprägte und transparente digitale Beziehungen, in denen die Privatsphäre der Benutzer Vorrang hat, ist daher unerlässlich. Mithilfe des neuen Datenschutzstandards User-Managed Access (UMA) kann dem Kunden mehr Kontrolle über seine personenbezogenen Daten eingeräumt werden.

Mit UMA kann der Benutzer bestimmen, wie lange und unter welchen Bedingungen welche Personen, Unternehmen, Services und Geräte auf seine Daten zugreifen darf. Diese sichere Weitergabe von Daten hilft Unternehmen dabei, kanalübergreifend personalisierte Services bereitzustellen, ohne das Vertrauen der Benutzer zu verlieren.

2. Reibungslose und sichere Nutzung des IoT

Das IoT sorgt für die Vernetzung von Milliarden von neuen Benutzern und Geräten. Ältere Identitätsverwaltungssysteme sind jedoch nicht darauf ausgelegt, eine reibungslose und sichere Benutzererfahrung zu schaffen. Aus diesem Grund haben Unternehmen häufig Probleme, sich auf sinnvolle Weise mit ihren Kunden zu vernetzen. Dadurch wirkt die Benutzererfahrung beliebig und unzusammenhängend.

Wenn Unternehmen jedoch die verschiedenen digitalen Identitäten sicher vereinheitlichen, können sie ihrem Kunden eine umfassende, personalisierte Ansprache bieten. Benutzerinteraktionen mit verbundenen Geräten können Unternehmen dabei helfen, die Brücke zwischen der physischen und digitalen Welt zu schlagen, ganz gleich in welchem Bereich. Beispielsweise können Städte intelligente Sensoren einsetzen, um den Verkehrsfluss zu regeln. Oder Unternehmen können IoT-Geräte entwickeln, die sich mit Smart Homes verbinden lassen.

3 . Kontextbasierte Sicherheit

Die nicht abreißenden Hackerangriffe auf Unternehmenswebsites verdeutlichen die ständige Bedrohung durch Cyberkriminalität und Datenschutzverletzungen. Der Verlust von personenbezogenen Daten bedeutet für Unternehmen schwerwiegende Konsequenzen, ganz abgesehen von den verheerenden Auswirkungen, die solche Vorfälle auf die über Jahre aufgebauten Kundenbeziehungen haben.

Einfache Zugangsdaten wie Benutzername und Passwort reichen nicht länger aus, um Sicherheit zu gewährleisten. Digitale Unternehmen benötigen Maßnahmen, die über das simple Abfragen von Benutzernamen und Passwörtern hinausgehen.

Um digitale Interaktionen wirklich verstehen zu können, ist Kontext nötig. Meldet sich der Kunde sonst auch von diesem Land aus an? Verwendet er ein Gerät, mit dem der Abruf von Gesundheitsdaten zulässig ist? Um welche Uhrzeit meldet er sich normalerweise an und welches System verwendet er dabei?

Milliarden von IoT-Geräten werden mit dem Internet verbunden und es entstehen ständig neue digitale Beziehungen. Und alle damit verbunden Identitäten im digitalen Ökosystem müssen fortwährend authentifiziert werden.

Zusätzlich zur Verwendung von Kontextinformationen zur Bewertung des Kundenverhaltens können Benutzeridentitäten und Zugriffsrechte auch mithilfe von SMS-Codes, E-Mails, Sicherheitsfragen oder biometrischen Daten überprüft werden. Wird das Verhalten eines Benutzers als verdächtig eingestuft, können die Benutzerdaten gesichert und geschützt werden.

4. Personalisierte Kundenerfahrungen

Benutzer erwarten Services, die ihre Vorlieben in Echtzeit erkennen und sich diesen entsprechend automatisch anpassen. Dennoch scheint es für viele Unternehmen nicht möglich, eine zentrale Ansicht für die einzelnen Benutzer zu erstellen.

Benutzer interagieren über so viele Kanäle mit Unternehmen, dass es diesen nicht gelingt, die jeweiligen Informationen der einzelnen Anlaufstellen zusammenzuführen. Dies führt zu unvollständigen Kundenidentitäten, die es den Unternehmen erschweren, sich ein genaues Bild von ihren Benutzern zu machen. Die Folge ist eine unpersönliche und beliebige Benutzererfahrung, die wenig ansprechend auf die Kunden wirkt.

Die Zusammenführung von Benutzeridentitäten ist unverzichtbar, wenn es darum geht, eine nahtlose, kanalübergreifende Kundenerfahrung zu schaffen. Durch die Verknüpfung von Informationen zu Vorlieben, Gewohnheiten und Verlaufsdaten mit der Identität der jeweiligen Benutzer können Unternehmen ihre Interaktionen mit den Kunden personalisieren.

Der Aufbau eines benutzerorientierten digitalen Ökosystems ermöglicht es den Unternehmen, die Erwartungen ihrer Kunden durch eine dynamische Benutzererfahrung zu übertreffen. Die Identität ist die treibende Kraft hinter dem IoT – sie ermöglicht es, das Leben der Menschen auf persönlicher und organisatorischer Ebene zu verbessern.

5. Open Source

Die meisten Unternehmen werden durch veraltete Identitätsverwaltungssysteme ausgebremst, die wenig Möglichkeiten für einen gemeinsamen Input bieten. Häufig sind diese Systeme ausschließlich auf die Verwendung durch bestimmte Mitarbeiter ausgelegt und bieten nicht die nötige Flexibilität, Transparenz und Skalierbarkeit, auf die moderne Unternehmen angewiesen sind. Sie ermöglichen keine wiederholbaren Geschäftsprozesse und bieten keine sichere Möglichkeit zur Nutzung von Identitäten im IoT.

Open-Source-Identitätsplattformen für Unternehmen hingegen zeichnen sich durch transparente Entwicklungsprozesse aus. Ihre modulare, skalierbare und flexible Architektur ist auf Millionen von gleichzeitig aktiven Benutzern und Geräten ausgelegt und ermöglicht es den Unternehmen so, ihre strategischen Ziele schneller als ihre Mitbewerber zu erreichen.

Digitale Transformation und die Zukunft

Unternehmen, die sich auf die genannten fünf Grundsätze stützen, haben größere Chancen, eine erfolgreiche digitale Transformation zu vollziehen und vom IoT und den Chancen zu profitieren, die es bietet. Skalierbare und flexible digitale Identitätsökosysteme sind eine wichtige Komponente dieser Transformation.

Unternehmen, die auf die Identitätsverwaltung setzen, werden künftig ihre Branchen prägen. Mithilfe dieser Systeme lassen sich die Bedürfnisse und Wünsche der Benutzer ermitteln, um ihnen die personalisierte Erfahrung bieten zu können, die sie im 21. Jahrhundert erwarten.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Schwesterportal Cloudcomputing Insider

* André Thelen ist Regional Vice President DACH bei ForgeRock.

(ID:44005252)