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IoT in der Drucklufttechnik 4000 Messkoffer von Kaeser gehen online

Redakteur: Jürgen Schreier

Einen ungewöhnlichen Auftrag hat die Deutsche Telekom erhalten. T-Systems soll Service-Koffer von Kaeser Kompressoren vernetzen. 4000 dieser Koffer werden nach und nach mit Mobilfunkkarten und Sensoren ausgestattet.

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Keine Luftnummer: Energieoptimierung bei Kompressoren senkt die Betriebskosten. Dazu sind die Service-Mitarbeiter mit speziellen Messkoffern ausgestattet.
Keine Luftnummer: Energieoptimierung bei Kompressoren senkt die Betriebskosten. Dazu sind die Service-Mitarbeiter mit speziellen Messkoffern ausgestattet.
(Bild: Kaeser Kompressoren)

Was tun, wenn der Koffer weg ist? Klar, als Urlauber ärgert man sich. Passiert das bei Kaeser Kompressoren ist der Ärger vermutlich noch größer, denn die Service-Koffer des Druckluftspezialisten sind so richtig teuer. Deshalb hat das Coburger Unternehmen die ersten 400 von rund 4000 Service-Koffern mithilfe von T-Systems mit der Cloud vernetzt.

Die Koffer enthalten spezielle Messgeräte, mit denen Kaeser-Techniker bei den Kunden vor Ort Analysen der Druckluftauslastung vornehmen. Ziel: die Energieoptimierung des Druckluftsystems. Jetzt teilen die Service-Koffer in regelmäßigen Abständen ihren aktuellen Standort mit. So kann Kaeser jederzeit nachvollziehen, wo sich die teuren Messgeräte befinden. Über das Dashboard der Cloud der Dinge überwacht Kaeser zudem den Batteriezustand und stellt damit sicher, dass nur Koffer mit aufgeladenen Messgeräten genutzt werden.

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Jeder Service-Koffer ist genau lokalisierbar

Bisher war es mitunter schwierig nachzuvollziehen, an welchem Ort und in welchem Zustand sich die Koffer der Kaeser-Servicekräfte genau befinden. Der Grund: Die Techniker schließen die Messgeräte über einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen an die Maschinen des Kunden an, um sich ein detailliertes Bild über den tatsächlichen Druckluftbedarf und über die Auslastung der Kompressoren zu verschaffen.

„Dadurch hatten wir die Herausforderung, dass manche Koffer schwer auffindbar waren oder komplett verloren gegangen sind“, berichtet Oliver Pschirrer, Serviceleiter bei Kaeser Kompressoren. „Der Verlust war sehr teuer, die Wiederbeschaffung aufwendig.“ Nun meldet jeder Koffer seinen aktuellen Standort in die IoT-Plattform, die die Telekom-Tochter in einem ihrer hochsicheren Rechenzentren in Deutschland betreibt.

Kaeser und T-Systems wollen IoT-Service ausbauen

Anette Bronder, Geschäftsführerin von T-Systems und verantwortlich für das Digitalgeschäft der Deutschen Telekom: „Gemeinsam mit Kaeser zeigen wir, wie schnell und einfach sich Digitalisierung in der Industrie umsetzen lässt. Die vernetzten Koffer erleichtern den Arbeitsalltag im Vertrieb und Service und sparen zudem Kosten.“ Das IoT-Paket der Telekom beinhaltet Cloud-Plattform, Sensoren, Konnektivität und Sicherheit für die Vernetzung der Service-Koffer.

Kaeser Kompressoren und T-Systems wollen ihren IoT-Service weiter auszubauen. So lassen sich auch Einzel-Kompressoren mit der Cloud vernetzten. Die Messwerte werden erfasst, in der Cloud ausgewertet und auf einem Dashboard dargestellt. Zusammen mit den SAP-Anwendungen lassen sich Fehler von Kompressoren frühzeitig erkennen und gezielt beheben, bevor es zu Ausfällen kommt.

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