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40 Betriebssysteme für den Raspberry Pi

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Sonderfälle und Kuriositäten: AROS, Tizen 3 und Plan 9

Eher was für Experimentierfreudige: Bei dem auch aufs Raspberry Pi portierten Betriebssystem AROS handelt es sich um eine freie, auf ARM Prozessoren angepasste Weiterentwicklung des AmigaOS von Commodore.
Eher was für Experimentierfreudige: Bei dem auch aufs Raspberry Pi portierten Betriebssystem AROS handelt es sich um eine freie, auf ARM Prozessoren angepasste Weiterentwicklung des AmigaOS von Commodore.
(Bild: Stephen Jones / YouTube)

Da das Raspberry Pi vor allem bei Hobbyentwicklern und Makern großen Zuspruch findet, überrascht es wohl kaum, dass auch zahlreiche andere eher unbekannte oder kuriose Betriebssysteme für den Einplatinenrechner umgesetzt werden. Das meiste sind Hobbyentwicklungen und einige Bemühungen wurden zwischenzeitlich wieder eingestellt. An diesen Beispielen wird aber aktuell noch gearbeitet, und sie finden zumindest in eingefleischten Communities noch rege Beachtung.

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Betriebssystem 37:Eine solche Kuriosität ist AROS. Hierbei handelt es sich um eine unabhängige, freie und portable Weiterentwicklung des AmigaOS von Commodore aus den 1990er Jahren. Seit 2013 existiert eine Version von AROS (AEROS genannt), die auf Linux gehostet wird und so nativ auf der Hardware des Raspberry Pi lauffähig ist. Auch wenn es auf der News-Seite des Projekts seit Dezember 2016 eher still geworden ist, wird das Betriebssystem weiterhin langsam, aber stetig in Nightly Builds weiterentwickelt (letzter Stand: 26. Juni 2017) und funktioniert zumindest in rudimentärer Form auf Raspberry Pi 1 und 2.

Für den Smartphone- und Tabletmarkt existieren neben Android auch andere quelloffene Betriebssysteme, die es engagierten Entwicklern auch privat ermöglichen sollen, Anpassungen und Portierungen auf andere Plattformen vorzunehmen. Da diese Geräte überwiegend auf ARM-Prozessorarchitekturen aufbauen, erscheint es naheliegend, diese Open-Source-OS auch auf Einplatinenrechner wie dem Raspberry Pi zu übertragen.

Betriebssystem 38: Mitte Februar 2016 hat die Samsung Open Source Group angekündigt, das linuxbasierte Tizen 3.0 erfolgreich auf das Raspberry Pi 2 umgesetzt zu haben. Samsung hatte in der Vergangenheit bereits Smartwatches und in einigen Märkten sogar Smartphone-Modelle mit dem OS veröffentlicht. Auf dem Raspberry Pi 2 bootet das System zuverlässig, allerdings fehlen noch einige Funktionalitäten. Zudem existiert unter Tizen noch keine standardisierte Methode, um auch Apps auf dem Einplatinenrechner zu installieren. Nach einer kurzen Phase eifriger Aktivität scheint sich an dieser Front seit Mitte 2016 zumindest im englischsprachigen Raum allerdings wenig getan zu haben – was aber auch daran liegen mag, dass das Betriebssystem in Asien deutlich mehr Verbreitung findet. Wer jedenfalls mit dem Tizen-OS auf seinem Raspberry Pi experimentieren möchte, für den hält die Samsung Open Source Group auf ihrem Blog eine ausführliche Anleitung bereit. Laut offiziellem Wiki werden prinzipiell alle Raspberry Pi Modelle von Tizen 3 unterstützt.

Betriebssystem 39(eingestellt):Recht engagiert waren auch Mozillas Pläne, FirefoxOS auf das Raspberry Pi zu bringen. Mozilla veröffentlichte hierzu Ende 2014 eine Art offizielle Roadmap für die Entwicklung im weiteren Verlauf des aktuellen Jahres. Bei Firefox OS handelt es sich um ein quelloffenes, linuxbasiertes Betriebssystem, dessen gesamte Benutzeroberfläche einschließlich Apps komplett aus dem gleichnamigen Webbrowser realisiert wird. Das Betriebssystem fand bis Ende 2015 auf einigen Smartphones Anwendung, inzwischen hat Mozilla allerdings die Smartphone-Entwicklung eingestellt.

Im Februar 2017 zog Mozilla schließlich auch beim Betriebssystem Firefox OS selbst den Stecker. Das quelloffene Betriebssystem selbst soll zwar in der einen oder anderen Form bestehen bleiben. Die Weiterentwicklung für eine vollständige Portierung auf das Raspberry Pi 2 ist offiziell nur „on Hold“. Seit April 2016 hat sich hier allerdings nichts Nennenswertes getan. Eine echte Zukunft des Projekts ist zweifelhaft, weswegen es in der aktuellen Aufzählung hier als eingestellt betrachtet wird.

Betriebssystem 40(eingestellt?): Ebenfalls nicht mehr ernsthaft weiterverfolgt, aber immer noch erwähnenswert ist dagegen „Plan 9 from Bell Labs“. Das ursprünglich von Mitgliedern der Computing Science Research Center der Bell Labs entwickelte OS ist eine logische Weiterentwicklung von Unix und existiert seit 2002 in einer vierten, quelloffenen Edition. Wer das System ohne komplexe Installation austesten möchte, kann seit Januar 2013 direkt von der Entwicklerseite ein vollständiges, vorkompiliertes Image des Open Source Betriebssystems Plan 9 für das Raspberry Pi herunterladen. An dem System wird zwar offiziell noch gearbeitet. An der Raspberry Pi Portierung hat sich allerdings seit Jahren nichts mehr getan. Inwiefern das Betriebssystem Plan 9 selbst noch eine Zukunft hat ist ungewiss.

Der Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis erschienen.

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