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Embedded-OS

40 Betriebssysteme für den Raspberry Pi

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Android-Portierungen (und andere Google-Betriebssysteme)

Raspand: Seit Android 5.1 ("Lollipop"), von welchem erstmals vom Linux-Entwickler Arne Exton eine Portierung auf Raspberry Pi 2 und 3 demonstriert wurde, ist ein stabiler Betrieb von Googles Open-Source-Betriebssystem auch auf dem Einplatinenrechner möglich. Neuere Versionen ab Android 7 laufen deutlich flüssiger und bieten mehr App-Support.
Raspand: Seit Android 5.1 ("Lollipop"), von welchem erstmals vom Linux-Entwickler Arne Exton eine Portierung auf Raspberry Pi 2 und 3 demonstriert wurde, ist ein stabiler Betrieb von Googles Open-Source-Betriebssystem auch auf dem Einplatinenrechner möglich. Neuere Versionen ab Android 7 laufen deutlich flüssiger und bieten mehr App-Support.
( Bild: Arne Exton / raspex.exton.se )

Schon seit Erscheinen von Version 2.3 des Android-Betriebssystems gab es zahlreiche Bemühungen, das Smartphone- und Tablet-OS Android auf das Raspberry Pi zu portieren. Als eines der aktivsten hatte das Community-Projekt „Razdroid“ verschiedene Versuche mit diversen Android-Versionen gestartet, die wegen mangelnder Hardwarebeschleunigung aber nicht flüssig und fehlerfrei auf dem Minicomputer laufen. So existieren schon seit Jahren langsame und instabile Portierungen von Android 2.3 („Gingerbread“), Android 4.0 („Ice Cream Sandwich“) und Android 4.4.2 („KitKat“), welche aber zunächst nichts mehr als generelle Machbarkeitsstudien darstellten.

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Betriebssystem 35: Deutlich besser läuft dagegen das „RaspAnd“-Projekt von Linux-Entwickler Arne Exton. Von ihm stammt ein stabiler Android 5.1 („Lollipop“) Build, der sowohl auf Raspberry-Pi-2- als auch Raspberry-Pi-3-Modellen zufriedenstellend läuft. Über den Aptoide App Manager können auch einige Android-Anwendungen auf dem Rasperry-Pi-System installiert werden. Inzwischen ist sein „RaspAnd“-OS-Build auch in einer Version, die Android 7.1.2 „Nougat“ verwendet, verfügbar.

Alternativ beschreibt das Technik-Blog Canox.net mit einer detaillierten Beschreibung, wie man selbst ein Android 7.1-OS auf einem Raspberry Pi 3 aufsetzen kann.. Zusammenfassend kann man sagen, dass sowohl Android-OS in seinem Hardware-Support als auch die Raspberry Pi Hardware in ihrer Leistung fortgeschritten genug sind, als dass sich Android als echte Betriebssystem-Alternative für den Single Board Computer in Betracht ziehen lässt – zumindest auf den Raspberry-Pi-3-Varianten.

Betriebssystem 36(eingestellt): Android ist übrigens nicht das einzige im Kern quelloffene Betriebssystem von Google, das auf das Raspberry Po portiert werden sollte. Überaus vielversprechend war der Versuch, das browserbasierte Betriebssystem Chromium OS auf das Raspberry Pi zu portieren. In Februar und April 2016 folgten in sehr kurzen zeitlichen Abständen zwei funktionale Builds für das Raspberry Pi 2. Der Open-Source-Ableger von Googles hauseigenem Chrome OS lässt sich mit einem Google-Konto verknüpfen. Daten, die in einem Google-Drive-Account in der Cloud abgelegt wurden, lassen sich so nahtlos auf dem Einplatinenrechner weiternutzen, so dass man etwa Google-Docs-Dokumente gleich weiterbearbeiten kann. Der RasPi hätte somit, wenigstens in der Theorie, eine preiswerte Alternative zum Chromebook abgeben können. Die im April 2016 veröffentlichte Version war auch in einer auf das Raspberry Pi 3 angepassten Variante erhältlich.

Die aktuellste Version von Chromium OS 0.5 für Raspberry Pi war allerdings noch recht hakelig. Vor allem hapert es noch an der Videobeschleunigung, aber auch die generelle Performance lässt zu wünschen übrig. Zudem werden WLAN, manche Monitor-Typen sowie im Falle des Raspberry Pi 3B das boardeigene Bluetooth nicht unterstützt. Chromium OS hätte eine interessante Alternative für das Raspberry Pi darstellen können. Leider scheint das Projekt tot: Die offizielle Webseite existiert nicht mehr, seit November 2016 gab das Communitygetriebene Projekt kein Lebenszeichen mehr von sich. Der letzte veröffentlichte Build steht weiterhin auf Sourceforge zum kostenlosen Download bereit.

Vielleicht haben sich die Entwickler einem anderen, aktuelleren Google-Betriebssystem-Projekt verschrieben: Der Mikrokernel Magenta, Basis des nächsten geplanten Smartphone-OS „Fuchsia“, ist prinzipiell auf einem Raspberry Pi 3 lauffähig.

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