Künstliche Intelligenz 3 von 4 Mitarbeitern stehen KI positiv gegenüber

Redakteur: Katharina Juschkat

Eine aktuelle Studie der IUHB zeigt: Die Angst vor KI ist geringer als häufig angenommen - drei von vier Mitarbeitern sehen ihre Arbeitsplätze durch Künstliche Intelligenz nicht gefährdet. Die Studienautoren fordern, verstärkt auf KI zu setzen, um den Anschluss nicht zu verpassen.

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Die meisten Mitarbeiter sind gegenüber Künstlicher Intelligenz aufgeschlossen – dennoch setzen wenige Firmen auf die Technologie.
Die meisten Mitarbeiter sind gegenüber Künstlicher Intelligenz aufgeschlossen – dennoch setzen wenige Firmen auf die Technologie.
(Bild: ©Lee - stock.adobe.com)

Nimmt Künstliche Intelligenz Arbeitsplätze weg? Dreiviertel der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen glauben das nicht und haben keine Angst vor KI. Das erfragt die Internationale Hochschule IUBH in Erfurt in ihrer Trendstudie zu „Articifial Intelligence“.

Hintergrund zur Trendstudie

Für die Studie wurden über 500 Mitarbeiter befragt. Der Großteil der Befragten verfügt über mehr als 10 Jahre Berufserfahrung. Fast ein Drittel kommt aus der Führungsebene (9,9 % Geschäftsführer, 8,4 % mittlere Führungsebene, 11,4 % untere Führungsebene). 10,6 % stammen aus der Personalabteilung, 14,1 % haben eine Schnittstellenfunktion ohne disziplinarische Führung und 45,6 % der Befragten sind fachliche Mitarbeiter. Die Auswertung unterscheidet zwischen kleinen Unternehmen (bis 20 Mitarbeiter, 12,4 %), mittelgroßen Unternehmen (21 bis 500 Mitarbeiter, 36,2 %) und großen Unternehmen (über 500 Mitarbeiter, 40,3 %).

Zur Studie

„Die Angst vor KI wird überschätzt“

Die Studie zeigt, dass Mitarbeiter sich von künstlicher Intelligenz vor allem mehr Effizienz, Entlastung und schnelleres Arbeiten erhoffen. Andererseits sagten nur 17,9 Prozent der Befragten, dass ihr Unternehmen über alle Kompetenzen verfügt, um künstliche Intelligenz erfolgreich einzusetzen. Und nur etwa die Hälfte der Führungskräfte ist gewillt, ihre Mitarbeiter im Umgang mit künstlicher Intelligenz weiterzubilden.

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Die Angst vor AI wird in Deutschland gefährlich überschätzt.

Prof. Ulrich Kerzel, Co-Autor der Studie

Der Co-Autor der Studie, Prof. Ulrich Kerzel, interpretiert: „Die große Überraschung ist die positive Einstellung zu künstlicher Intelligenz bei den Mitarbeitern ohne Führungsfunktion. Wenn die Führungskräfte annehmen, dass die Mitarbeitenden AI skeptisch gegenüberstehen, erschwert das die Entscheidung für künstliche Intelligenz. So wird die Angst vor der Angst zum Bremsklotz – und führt dazu, dass Unternehmen das enorme Potenzial von AI nicht nutzen.“

Potential von KI wird kaum wahrgenommen

56 Prozent der Befragten haben zwar angegeben, dass AI bereits heute Prozesse im Unternehmen vereinfacht. Gleichzeitig sehen jedoch 42 Prozent keinen Bedarf für den Einsatz künstlicher Intelligenz in ihrer Branche. „Gerade in kleineren Unternehmen werde das Potenzial von AI immer noch nicht richtig wahrgenommen, sagt Kerzel.

Die Studienautoren fordern, dass Firmen aller Branchen jetzt auf KI setzen müssen, um die langfristigen Potenziale des Technologiewandels nicht zu verpassen. Beim Einsatz von KI kann es jedoch auch Risiken geben, warnen die Autoren – vor allem, dass Unternehmen die Kontrolle über ihre Kernprozesse verlieren könnten, wenn sie keine interne Expertise aufbauen. „Je stärker die Unternehmen sich auf AI-Services von außerhalb verlassen, desto mehr geben sie Kernprozesse aus der Hand – und das ist gefährlich“, so Co-Autor Prof. Dr. Thomas Zöller. „Unternehmen müssen daher die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zum Thema AI energisch vorantreiben.“

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