Open6GHub 250 Millionen Euro für 6G-Forschung

Redakteur: Stefan Guggenberger

Während die Industrie mit der Umsetzung des 5G-Standards beschäftigt ist, forscht die Universität Bremen bereits an 6G als Nachfolger. Mit 6G können Daten dann mehr als 100-mal schneller übertragen werden, die Technologie ist aber auch wesentlicher komplexer.

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Anders als 5G-Netze wird 6G nicht über terrestrische Antennen aufgebaut, sondern über Satelliten verbreitet.
Anders als 5G-Netze wird 6G nicht über terrestrische Antennen aufgebaut, sondern über Satelliten verbreitet.
(Bild: gemeinfrei // Unsplash)

Im Vergleich zu 5G verspricht der 6G-Standard noch einmal eine deutliche Leistungssteigerung: „Daten werden dann mehr als 100-mal schneller übertragen als heute mit 5G, bei gleichzeitig höherer Energieeffizienz und Ausfallsicherheit“, erklärt Armin Dekorsy, Leiter der AG Nachrichtentechnik im Fachbereich Physik/Elektrotechnik der Universität Bremen. Aber die neue Technologie „wird auch eine unvorstellbare Komplexität haben“, fügt Dekorsy hinzu. Um die Grundlagen für 6G zu entwickeln hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nun insgesamt 250 Millionen Euro bereitgestellt. So soll 6G bis 2030 zur zentralen Mobilfunktechnologie der vernetzten Industrie und des vernetzten Alltags werden.

Ziel von Open6GHub: Das Mobilfunknetz aus dem Weltraum

Von den 250 Millionen Euro des BMBF fließen 67 Millionen Euro an das Open6GHub mit seinen 17 Forschungspartnern, zu denen die Universtiät Bremen gehört. In Bremen werden Wissenschaftler aus den Bereichen der Nachrichten- und Elektrotechnik sowie der Stattelitensysteme mit 5 Millionen Euro gefördert.

„Wir haben innerhalb von Open6GHub das Arbeitspaket ‚Beyond Cellular‘ übernommen, also die Abkehr vom bisherigen terrestrischen Mobilfunknetz mit Funkzellen hin zu einem dreidimensionalen Mobilfunknetz. Die Verbindungen werden künftig nicht nur durch Masten am Erdboden, sondern auch durch Drohnen, Ballons, Flugzeuge und vor allem auch Satelliten hergestellt“, erläutert Dekorsy. Zum Testen der neuen 6G-Technologien wird ein Experimentierfeld an der Universität Bremen aufgebaut, für das auch ein operationeller 6G-Kleinsatellit entwickelt wird. Dieses Experimentierfeld soll langfristig für Kooperationen und Testmöglichkeiten mit Unternehmen genutzt werden.

Zudem wird in Bremen auch die Einbindung von KI in Kommunikationssysteme erforscht. Diese soll es zu einer Verbesserung der Energieeffizienz und der Zuverlässigkeit beitragen.

Forschungsprojekt soll Weg in die Zukunft weisen

Dass die Entwicklung von Grundlagen und die Überführung in praxistaugliche Lösungen von großer Bedeutung sind, zeigt der aktuelle 5G-Ausbau. Obwohl 5G in Deutschland angekommen ist, hängt die größte Volkswirtschaft Europas beim flächendeckenden Ausbau zurück. Bei 6G soll sich das ändern: „Das sind Technologien, die unser Leben spürbar umkrempeln werden. Von daher ist das ein Thema von sehr hoher gesellschaftlicher Relevanz, und zwar weltumspannend“, fasst Dekorsy zusammen.

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