IoT-Marktanalyse von McKinsey

100 Prozent Wachstum in den nächsten fünf Jahren

| Redakteur: Julia Moßner

Das Umsatzpotential im Internet der Dinge wird sich in den nächsten fünf Jahren verdoppeln.
Das Umsatzpotential im Internet der Dinge wird sich in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. (Bild: Pixabay, CCO / CC0)

Mit dem Internet der Dinge lassen sich allein in der Informations- und Telekommunikationsbranche im Jahr 2020 in Deutschland 23 Milliarden Euro umsetzen. Heute liegen die Umsätze mit dem Internet of Things (IoT) in dieser Branche bei jährlich unter 10 Milliarden Euro – das Potenzial wird sich also binnen fünf Jahren mehr als verdoppeln. Zur Bestimmung der Marktgröße wurden von McKinsey mehr als 150 Anwendungsfelder in verschiedenen Branchen untersucht.

Die wichtigsten Anwendungsfelder sind dabei die Digitalisierung der Fertigung (Industrie 4.0) mit einem Potenzial von knapp 9 Milliarden Euro sowie Connected Cars mit rund 4 Milliarden Euro. Allerdings bietet langfristig nicht allein die IoT-Hardware oder die Vernetzung von Geräten das größte Umsatzpotential, sondern vor allem die Software, d.h. Plattform-Anwendungen rund um das Internet der Dinge. "In Sachen Softwarekompetenz hat Deutschland allerdings noch Nachholbedarf", so Dominik Wee, McKinsey-Partner und Autor der Studie. Außerdem müssen noch zahlreiche regulatorische Fragen geklärt werden: "Dies reicht von der Frage, wem die Daten vernetzter Geräte gehören über die Haftung – vor allem in kritischen Bereichen wie Gesundheit oder Fahrzeuge – bis hin zu Sicherheits- und Vertraulichkeitsstandards."

Gute Chancen für deutsche Unternehmen

Generell hat „Deutschland im Zukunftsthema ‚Internet der Dinge‘ eine gute Ausgangsposition“, so Wee, "Schon heute werden in der Industrie 4.0 immer mehr Maschinen sinnvoll vernetzt, was beispielsweise Wartungsintervalle verkürzt und Prozesse verbessert.“ Auch beim vernetzten Fahrzeug sei die deutsche Industrie weltweit in der Spitzengruppe. Rückstand habe die hiesige Wirtschaft allerdings in Anwendungsfeldern wie der Digitalisierung des Gesundheitswesens oder der Vernetzung von Gebäuden als "Smart Homes".

"Die Grundlagen für eine größere Verbreitung des Internets der Dinge sind gelegt", sagt Wee. So werde bis 2020 der Preis für ein grundlegendes IoT-Modul, das Hardware ans Internet anschließt, von heute vier Euro auf ein bis zwei Euro fallen. Zudem würden weitere Rahmenbedingungen wie ein Ökosystem spezialisierter Entwickler und gesteigerte Sicherheitsanforderungen Stück für Stück gelöst.

McKinsey sieht für deutsche Unternehmen auch im Bereich Software gute Chancen - anders als viele Experten, die befürchten dass Deutschland hier den Anschluss bereits verloren hat: "Es ist unbestritten, dass Wettbewerber in einigen Technologiebereichen – beispielsweise aus der Softwarebranche – derzeit einen Vorsprung haben. Entscheidend wird jedoch sein, als Anbieter mittelfristig die Integration von Hard- und Software in einem „Ökosystemen“ zu orchestrieren. Dieses Rennen ist aus unserer Sicht heute noch offen."

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