Manufacturing Vision Studie 2017

Wearables kommen immer mehr in Mode

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Zebra-Komplettlösung „Total Wearable Solutions“ auf Android-Basis ermöglicht eine freihändige und sprachgesteuerte Kommissionierung und erweitert so die Mobilität der Anwender.
Die Zebra-Komplettlösung „Total Wearable Solutions“ auf Android-Basis ermöglicht eine freihändige und sprachgesteuerte Kommissionierung und erweitert so die Mobilität der Anwender. (Bild: Zebra Technologies)

Wie aus einer Umfrage von Zebra Technologies hervorgeht, will die Mehrheit der Fertigungsunternehmen mit der Nutzung des IIoT die Produktqualität steigern und mehr Transparenz in die Betriebsaufläufe bringen. Bis 2022 planen 50 Prozent außerdem den Einsatz von Wearables auf dem Factory Floor.

Die Zebra Technologies Corporation stellt die Ergebnisse ihrer "Manufacturing Vision Studie 2017" vor. Untersucht wurde, welche Trends die Zukunft der industriellen Fertigung prägen. Mehr Produktqualität und transparentere Betriebsabläufe: Das versprechen sich die befragten Fertigungsunternehmen von der Nutzung des Industrial Internet of Things, weshalb die Verfasser der Zebra-Technologies-Studie davon ausgehen, dass die Zahl der Hersteller mit vollständig vernetzten Fabriken in den nächsten fünf Jahren deutlich steigen wird. Die Verbreitung des IioT und seiner Technologien dürfte dabei eher inkremental erfolgen.

Momentan sammeln zwar 27 Prozent der befragten Unternehmen Daten aus der Produktion, der Supply Chain und über die Beschäftigten. Jedoch liegen diese Daten in Silos, was deren Auswertung bzw. Nutzung zur Optimierung der Prozesse erschwert. Die Fabrik der Zukunft erfordert hingegen die Transparenz der kompletten Wertschöpfungskette auch auf dem Factory Floor. Denn nur so lassen sich die Produktivität steigern und die Produktqualität verbessern. Und genau diese umfassende "Visibilität" kann das IIoT zur Verfügung stellen.

Die wichtigsten Umfrageergebnisse im Überblick

  • Fertigungsunternehmen werden Industrie 4.0 und den Wandel zur Smart Factory weiter vorantreiben. Mithilfe von RFID, Wearables, automatisierten Systemen und neuen Technologien werden Mitarbeiter die physischen Abläufe in Fabriken überwachen. Auf diese Weise lassen sich dezentral fundierte Entscheidungen treffen. Bis 2022 erwarten 64 Prozent der Produktionsunternehmen die vollständige Vernetzung ihrer Fabriken; gegenwärtig sehen sich nur 43 Prozent als bereits voll vernetzt.
  • Die Hälfte der Fertigungsunternehmen plant die Einführung von Wearables - tragbaren Technologien - bis zum Jahr 2022. 55 Prozent der Unternehmen, die Wearables bereits nutzen, wollen deren Einsatz in den nächsten fünf Jahren weiter ausbauen.
  • Manuell ausgeführte Prozesse werden in der Fertigungsindustrie deutlich abnehmen. Heute nutzen noch 62 Prozent Stift und Papier, um wichtige Produktionsschritte zu "protokollieren". Laut der Studie von Zebra Technologies wird bis 2022 nur noch jedes fünfte Unternehmen eine derartige "Zettelwirtschaft" betreiben, da diese zur Nachverfolgung laufender Arbeiten höchst ineffizient und fehleranfällig ist.
  • Führungskräfte in allen Regionen nannten das Thema Qualitätssicherung als Top-Priorität für die nächsten fünf Jahre. Zukunftsorientierte Unternehmen setzen auf hochwertige Produkte, um Wachstum, Durchsatz und Profitabilität zu verbessern. Sie gehen dabei aus, dass Verbesserungen auch der Zuliefererseite die Qualität der fertigen Produkte steigern werden. Nur 34 Prozent der befragten Manager gehen davon aus, dass auch 2022 Qualitätsprobleme noch ihre Hauptsorge sein werden.
  • Die Mehrheit der befragten Hersteller ist überzeugt, dass Investitionen in die Transparenz von Betriebsabläufen das Unternehmenswachstum fördern. Für 63 Prozent liegt dabei der Fokus auf einem Tracking durch die Kombination verschiedener Technologien (z.B. Barcodes, RFID und Echtzeit-Ortungssysteme).
  • 51 Prozent der befragten Unternehmen wollen die Nutzung von Sprachtechnologien in den nächsten fünf Jahren ausbauen. Dabei erwarten die Entscheider in Großunternehmen (mit einem Umsatz von mehr als 1 Milliarde Dollar pro Jahr) die höchste Zunahme bei der Nutzung dieser Technologien. 55 Prozent dieser Unternehmen wollen im Jahr 2022 Sprachtechnologie einsetzen.

Europäische Unternehmen setzten verstärkt auf Echtzeit-Ortung

  • Die Nutzung von On-Demand-, Cloud- und Software-as-a-Service-(SaaS)-Lösungen für Manufacturing Execution Systeme (MES) wird aller Voraussicht nach rapide zunehmen. Gegenwärtig setzen "nur" 40 Prozent der antwortenden Unternehmen ein umfassendes und State-of-the-Art-MES in ihren Fertigungsstätten ein. Bis 2022 wird sich diese Quote auf 52 Prozent erhöhen. Diese Entwicklung signalisiert laut Studie außerdem einen Trend weg vom ERP-System als "MES-Ersatz".
  • In Europa hat das Asset-Management mithilfe von Real Time Location Systemen (RTLS) eine Priorität. So planen 54 Prozent der europäischen Hersteller bis 2022 die Einführung von solchen Echtzeit-Ortungslösungen, um damit Informationen über ihre Assets generieren: zum Beispiel über deren Standort, ihre "Veredelungs"-Stufe oder ihren Zustand. Die mithilfe der Echtzeit-Lokalisierungssoftware erhobenen Daten, werden dann direkt vom Factory Floor an interne oder externe Lieferanten gesendet, sodass diese rasch - also just in time - auf die Anfragen reagieren können. Damit sollen Pufferlager dann endgültig der Vergangenheit angehören.
  • Auch der Personaleinsatz in der Fabrik lässt sich durch ID-Techniken besser steuern, indem beispielsweise die Werker mit Smart Identification Cards ausgestattet werden. Dadurch kann deren Standort festgestellt werden. Aktuell nutzen 35 Prozent der befragten Unternehmen ID-Karten, um ihre Werker zu lokalisieren und, wenn nötig, zu neuen Einsatzorten zu "dirigieren". In fünf Jahren dürften 50 Prozent der Unternehmen derartige ID-Systeme implementiert haben.

Im Auftrag von Zebra Technologies befragte Peerless Insights 1100 Entscheidungsträger aus Nord- und Lateinamerika, Europa und der Asien-Pazifik-Region, die einen Einfluss auf die Beschaffung von Fertigungstechnologien haben.

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