Metallbearbeitung

Siemens eröffnet Industrie-4.0-"Erlebniszentrum"

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Jürgen Schreier

Die "Arena der Digitalisierung" soll - einschließlich der digitalisierten Motorenfabrik - zur Informationsplattform für (Werkzeug-)Maschinenbauer und Metallbearbeiter rund um das Thema Industrie 4.0 werden.
Die "Arena der Digitalisierung" soll - einschließlich der digitalisierten Motorenfabrik - zur Informationsplattform für (Werkzeug-)Maschinenbauer und Metallbearbeiter rund um das Thema Industrie 4.0 werden. (Bild: Siemens)

Wie "geht" Industrie 4.0 in der Metallbearbeitung? Das kann man jetzt In der neuen "Arena der Digitalisierung" von Siemens erleben. Diese wurde am 5. Mai 2017 im Elektromotorenwerk des Konzerns in Bad Neustadt an der Saale eröffnet.

Ein traditionsreicher Siemens-Standort ist das Elektromotorenwerk in Bad Neustadt an der Saale. Seit 80 Jahren wird dort elektrische Antriebstechnik für den industriellen Einsatz gefertigt. Bald soll das Werk auch eines der modernsten Konzern sein. Denn es wird zur Vorzeigefabrik für die Digitalisierung in der Metallbearbeitung ausgebaut.

In der neuen "Arena der Digitalisierung" zeigt Siemens ab heute auf über 800 Quadratmetern Kunden und Partnern, wie Digitalisierung in der Metallbearbeitung und Motorenproduktion konkret zur Anwendung kommen kann und welche Benefits sich damit erzielen lassen.

Darüber hinaus demonstriert die Vorzeigefabrik am Beispiel ihrer eigenen Entwicklung und einer über viele Jahre gewachsenen Fertigung, welche Vorteile die Digitalisierung schon heute bei Produktivität und Effizienz für die diskrete Fertigungsindustrie bietet.

Digitalisierung an sechs konkreten Themenfeldern erklärt

"Die Industrie steht angesichts der fortschreitenden Digitalisierung und der daraus entstehenden Anforderungen vor ganz neuen Chancen und Möglichkeiten", sagte Klaus Helmrich, Vorstandsmitglied der Siemens AG anlässlich der Eröffnung der "Arena der Digitalisierung" am 5. Mai 2017. "Im Zentrum stehen eine immer stärkere Individualisierung von Produkten sowie Qualität, Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität." Unternehmen der Fertigungsindustrie müssen auf immer differenziertere Kundenwünsche eingehen und sind daher auf eine flexible Produktion bis hin zu Losgröße eins angewiesen. Im Siemens-Werk in Bad Neustadt ist man hier auf guten Weg: Aktuell werden bei einer Losgröße von durchschnittlich 5 bis 10 Stück werden rund 2000 Elektromotoren pro Tag produziert - und das in bis zu 3000 Varianten.

Um diese Herausforderungen erfolgreich meistern zu können, bietet der weltweit tätige Automatisierungskonzern seinen Kunden aus der Fertigungsindustrie unter dem Label "Digital Enterprise" ein ganzheitliches Portfolio von Produkten und Lösungen an. Jan Mrosik, CEO der Division Digital Factory, erklärte in Bad Neustadt an der Saale: "Unser Angebot umfasst die gesamte Wertschöpfungskette: Beginnend bei Produktdesign über die Produktionsplanung, das Produktions-Engineering, die Produktion selbst bis hin zu Services. Übergreifend dienen Teamcenter als allen zugängliche Datenbasis und MindSphere als Plattform für Life-Cycle und Data Analytics. Wird dieser Produktionsprozess konsequent integriert und digitalisiert, lassen sich erhebliche Gesamtoptimierungen für ein Unternehmen erreichen."

Siemens zeigt im Elektromotorenwerk Bad Neustadt an der Saale anhand von sechs konkreten Themenfeldern, wie Produkte und Lösungen aus dem hauseigenen Portfolio in einer bereits bestehenden und laufenden Fertigung Schritt für Schritt implementiert werden können.

Digitalisierung der Fertigung bringt messbare Vorteile

"Häufige Innovationen, individuelle Produkte und daraus resultierend hohe Produktvarianz: Diesen Herausforderungen muss sich der Produktionsprozess im Elektromotorenwerk Bad Neustadt heute stellen", so Wolfgang Heuring, CEO der Siemens Business Unit Motion Control. Zusätzlich wolle Siemens mit der "Arena der Digitalisierung" und am Beispiel der eigenen Fertigung in Bad Neustadt Maschinenbauern wie Maschinenbetreibern zeigen, welche Vorteile der Einsatz von Siemens-Technologien zur Digitalisierung biete.

"Die Digitalisierung der Abläufe im Werk ist ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess. Zu Beginn haben wir den Fokus darauf gesetzt, anhand von Digitalisierung in der Fertigung Durchgängigkeit in der CAD-CAM/CNC-Kette inklusive der Werkzeug- und NC-Programmverwaltung zu schaffen. Bisher getrennt arbeitende Systeme wurden synchronisiert und mit digitalen Schnittstellen versehen", erläuterte Werkleiter Peter Deml bei der Eröffnung. "Außerdem haben wir neue Werkzeuge implementiert, unsere NC-Programme optimiert und verschiedene Designanpassungen vorgenommen."

Durch die Implementierung digitaler Lösungen in der Fertigung konnten im Elektromotorenwerk Bad Neustadt an der Saale bis heute 40 Prozent kürzere Durchlaufzeiten bei Prozessänderungen erreicht werden. Außerdem wurden die Korrekturschleifen um 50 Prozent beschleunigt und Hochlaufzeiten neuer Maschinen um 60 Prozent reduziert.

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