IoT im Gesundheitswesen

Höhere Lebenserwartung dank besserer Diagnostik

| Autor: Sukamal Banerjee

Dank besserer Diagnostik steigt die Lebenserwartung
Dank besserer Diagnostik steigt die Lebenserwartung (www.pixabay.com)

Künftig wird das Gesundheitswesen von einer Umgebung geprägt, die sich aus den bisherigen isolierten intelligenten Systemen zu einem „System-der-Systeme“ entwickelt, um Patienten, Geräte und Krankenhäuser zu vernetzen. Im Mittelpunkt dieser Transformation steht das Internet der Dinge (IoT). 

In Zukunft werden die größten medizinischen Entdeckungen nicht mehr nur in Laboren gemacht – und sicherlich nicht mehr zufällig. Fast alle neuen Erkenntnisse basieren dann auf Data Science & Analytics. Aufgrund der Möglichkeit, große Ergebnisanalysen, Musteranalysen und Zukunftsprognosen zu erstellen, kommt der Datenanalyse eine immer wichtigere Bedeutung zu. Denn sie trägt erheblich zur Optimierung von Beurteilungen und Entscheidungen bei. Data Science & Analytics sind integrale Bestandteile des IoT. Wie eine Studie von MarketResearch.com belegt, wird der IoT-Markt im Gesundheitswesen bis zum Jahr 2020 einen Wert von 117 Milliarden US-Dollar erzeugen. Die jährliche Wachstumsrate liegt bei 30 Prozent.

Höhere Lebenserwartung

Künftig werden Datenwissenschaftler, Aggregatoren, Technologie-Riesen und Gerätehersteller deutlich enger zusammenarbeiten. Das IoT wird im Zentrum dieses Wandels stehen. Smartphones, Wearables und andere medizinische Geräte werden traditionelle Schrittzähler, Blutdruckmessgeräte, Glucometer und Kalorienzähler immer öfter ersetzen und einen entscheidenden Platz in der Diagnose-Box von Ärzten einnehmen. Dank des künftigen Gesamtsystems und den damit verbundenen Geräten lassen sich Krankheiten besser vorhersagen, verhindern oder heilen. Dadurch erhöht sich die Lebenserwartung.

Ferndiagnosen und automatisierte Gesundheits-Checkups

Dank Remote-Patient-Monitoring-Lösungen und Disease-Management-Plattformen lässt sich die Pflege durch die Vernetzung der Patienten mit ihren Ärzten und Pflegepersonen deutlich besser koordinieren. Intel hat beispielsweise gemeinsam mit der Michael J. Fox Foundation eine vernetzte Plattform entwickelt, um die Überwachung und Behandlung von Parkinson-Patienten zu verbessern. Die Lösung erfasst Patientenmuster, ist mit Wearables verbunden und überwacht Symptome, die sonst bei einer Diagnose unbemerkt bleiben.

Die „IoT-sierung“ solcher Lösungen wird darüber hinaus den Bio-Pharma-Sektor aufgrund der adaptiven klinischen Versuchsplanung und der Implementierung einer zentrierten Medikamentenentwicklung verändern. Zudem ermöglicht das IoT Ferndiagnosen und Gesundheits-Checkups, ohne dass Patienten mit chronischen Krankheiten dazu extra ins Krankenhaus müssen. Gemäß der Studie soll der Anteil der über 60-Jährigen zwischen 2010 und 2020 von 11 Prozent auf 15 Prozent steigen und nahezu eine Milliarde Menschen mit chronischen Erkrankungen müssen kontinuierlich überwacht werden. Vorhersage-Modelle und die Erkenntnisse, die künftig gesammelt werden können, werden die Überwachung von bettlägerigen Patienten dank der Selbstüberwachung erleichtern. Organisationen können ihre Prozesse vereinfachen, ihre Effizienz erhöhen und Anbieter enger mit Patienten zusammenbringen. Basis hierfür ist ein Echtzeitzugriff auf Patientendaten. So können die größten Herausforderungen im Gesundheitswesen gelöst werden: Zeit und Erreichbarkeit.

Viele Geschäftsmöglichkeiten

Der Marktbedarf und das sich entwickelnde Potenzial des IoT wird zu neuen Dienstleistungsangeboten führen, um intelligentere Plattformen aufzubauen und zu nutzen. Neue Services sowie die Technologieintegration definieren das Geschäftsmodell des Gesundheitswesens neu. Unternehmen werden in Zukunft darin konkurrieren, wer quantifizierbare Endergebnisse in Echtzeit liefern kann. Dieses Endergebnis wird dann letztendlich ausschlaggebend für die Gebühr sein.

Das erfordert eine höhere Automatisierung, bessere Vorhersagbarkeit und eine optimierte Zusammenarbeit innerhalb des Gesundheitswesens, um einen kostengünstigeren Service anbieten zu können. Beispiele hierfür sind:

    • Supply-Chain-Optimierung: Laut Cardinal Health entstehen jährlich medizinische Abfälle im Wert von rund 5 Milliarden US-Dollar aufgrund einer ineffektiven Bestands- und Supply-Chain-Versorgung. Eine Echtzeitüberwachung und -verfolgung kann Alarmmeldungen für eine automatische Nachschubversorgung der Verbraucher auslösen, um die Kosten effizienter zu gestalten.
    • Reduzierte Maschinenstillstandzeiten: Die durchschnittlichen Ausfallkosten für eine medizinische Versorgung je Ereignis belaufen sich auf etwa 690.000 US-Dollar. Laut McKinsey besteht die Möglichkeit, mit einem industriellen IoT bis zum Jahr 2025 bis zu 2,5 Billionen US-Dollar jährlich einzusparen.
    • Geringere Durchlaufzeiten durch Prozessautomation: Eine kontinuierliche Verfolgung der Patientengesundheit durch Fernüberwachung kann die Sterblichkeitsrate um etwa 45 Prozent reduzieren. Gleichzeitig haben Unternehmen aufgrund einer verbesserten Konnektivität und Prozessautomatisierung bis zu 89 Prozent weniger Durchlaufzeiten. HCL ‚IoT Works’ führt beispielsweise zu einer deutlichen Steigerung der Traktion mit den Kunden, um diese in praktische Lösungen zu implementieren. Gemeinsam mit einem Partner haben wir ein Gateway zwischen einem Kunden-Sterilisierungs- und Verifizierungsgerät entwickelt. Dieses hat dazu beigetragen, die Geräteverfügbarkeit um 27 Prozent zu verbessern, die Feldbesichtigungskosten um 18 Prozent zu reduzieren und den manuellen Datenabgleich zu eliminieren.

Jetzt ist der Zeitpunkt zu handeln!

Die Entstehung des neuen Ökosystems im Gesundheitswesen, bei dem das IoT alle Teile verbindet, bietet ganz neue Möglichkeiten. Eine höhere Effizienz und die gemachten Erfahrungen sorgen für eine höhere Vielseitigkeit. Gleichzeitig werden mit den zunehmenden sensiblen Daten, die generiert werden, auch die Bedrohungen für die Privatsphäre zunehmen. Ob eine Organisation im Gesundheitswesen erfolgreich sein wird, hängt künftig davon ab, wie gut sie das IoT versteht. Eines ist jedoch sicher: Das IoT wird dafür sorgen, dass das Gesundheitswesen nie wieder das gleiche sein wird.

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