Studie vbw/Prognos

Digitalisierung steigert das Wirtschaftswachstum

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Digitalisierung wirkt als Wachstumsbeschleuniger. Länderspezifische Unterschiede resultieren aus unterschiedlichen Branchenstrukturen.
Die Digitalisierung wirkt als Wachstumsbeschleuniger. Länderspezifische Unterschiede resultieren aus unterschiedlichen Branchenstrukturen. (Bild: Pixabay / CC0)

Die Digitalisierung hat positive Auswirkungen auf das Wachstum der Bruttowertschöpfung. In Deutschland liegt dieser Effekt (Zeitraum 1996 bis 2014) bei 0,5 Prozentpunkten. Spitzenreiter ist Japan mit 0,7 Prozentpunkten.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) hat zusammen mit der Prognos AG die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Wachstum untersucht und auch internationale Vergleich angestellt. Wie aus der Studie hervorgeht, war der Einsatz digitaler Produkte und Produktionsprozesse In Deutschland war danach zwischen 1996 und 2014 rechnerisch für 0,5 Prozentpunkte der jahresdurchschnittlichen Wachstumsrate der Bruttowertschöpfung verantwortlich.

In Bayern liegt der Wachstumsbeitrag der Digitalisierung über alle Branchen im Durchschnitt bei jährlich 0,4 Prozentpunkten und damit ähnlich hoch wie bundesweit.

Dienstleistungsbereiche digitalisieren stärker

„Zuletzt hat die Digitalisierung in Deutschland nochmals leicht zugenommen. Allerdings zeigen sich zwischen den verschiedenen Branchen deutliche Unterschiede. Während es in der Industrie nur vergleichsweise geringe Veränderungen bei den Digitalisierungsanteilen gab, war der Anteil in den Dienstleistungsbranchen deutlich größer“, erläutert vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Bertram Brossardt (vbw): „Jedes Unternehmen braucht eine eigene Digitalisierungsstrategie. Zudem muss der Staat für die passenden Rahmenbedingungen sorgen.“
Bertram Brossardt (vbw): „Jedes Unternehmen braucht eine eigene Digitalisierungsstrategie. Zudem muss der Staat für die passenden Rahmenbedingungen sorgen.“ (Bild: vbw)

In der von Prognos erstellten Studie wird auch untersucht, welche Wachstumsbeiträge die Digitalisierung in anderen ausgewählten Industrieländern erbringt. Besonders hoch ist der Anteil mit 0,7 Prozentpunkten an der Bruttowertschöpfung in Japan. Dahinter folgen Südkorea und die USA mit knapp 0,6 Prozentpunkten. In Frankreich beträgt der Beitrag 0,5 Prozentpunkte, im Vereinigten Königreich 0,4 Prozentpunkte. „Die Gründe für die Unterschiede sind einerseits verschiedene Branchenstrukturen, aber auch unterschiedlich starke Auswirkungen der Digitalisierung auf den technischen Fortschritt“, erklärt Brossardt.

Technischer Fortschritt ist entscheidender Wachstumstreiber

Der "Digitalisierungsgrad" – definiert als der Anteil der Patente in diesem Bereich – wurde von vbw und Prognos ebenfalls verglichen. Hier liegen die untersuchten Industrieländer fast gleichauf: In Frankreich und in den USA beträgt der Digitalisierungsgrad bei 27 Prozent, in Japan, UK und Deutschland 26 Prozent, in Südkorea 23 Prozent.

„In reifen, hochentwickelten Volkswirtschaften wie Bayern und Deutschland mit einem hohen Kapitalstock und einem zunehmenden Fachkräftemangel ist der technische Fortschritt – und der ist in den kommenden Jahrzehnten vor allem durch die Digitalisierung getrieben – der entscheidende Wachstumstreiber“, so Brossardt. „Jedes Unternehmen braucht deshalb eine eigene Digitalisierungsstrategie. Zudem muss der Staat für die passenden Rahmenbedingungen sorgen.“

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