Logistik aus der Luft

Amazon plant fliegende Warenhaus-Luftschiffe über Großstädten

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Drohnenleistung bislang limitierender Faktor

Prinzip der Lieferung und Zustellung: Ausgehend vom Luftschiff sollen Drohnen die Waren im Sinkflug zustellen, anschließend steuern die Fluggeräte das nächstgelegene Amazon-Logistikzentrum an. Von dort aus kann das fliegende Warenhaus dann über kleinere Luftschiffe wieder aufgefüllt werden. Auch Personaltransport sei auf letzterem Weg denkbar.
Prinzip der Lieferung und Zustellung: Ausgehend vom Luftschiff sollen Drohnen die Waren im Sinkflug zustellen, anschließend steuern die Fluggeräte das nächstgelegene Amazon-Logistikzentrum an. Von dort aus kann das fliegende Warenhaus dann über kleinere Luftschiffe wieder aufgefüllt werden. Auch Personaltransport sei auf letzterem Weg denkbar. (Bild: U.S. Patent Office)

Wie bereits erwähnt verweist mit den Luftschiffen auf den daraus resultierenden Vorteil, dass die Lieferdrohnen durch den Sinkflug aus großer Höhe nur wenig Energie benötigen. Tatsächlich sind heutige Drohnen-Lieferdienste durch die Batterieleistung im Einsatzradius beschränkt, weil die Drohnen den Hin- und Rückflug bewältigen müssen.

Zur Größe oder Gestalt des Luftschiffs als Warenlager macht Amazon nur vage Angaben. Es könne sich um „jeden Typ“ handeln. In einigen Anwendungen könnte es „Hunderte Fuß lang sein“ und „mehrere Hundert Tonnen“ transportieren. Ein Pilot sei nicht zwingend notwendig, das Luftschiff könne auch automatisch fliegen, heißt es im Patent.

Völlig neu ist die Idee von Warenluftschiffen nicht. Das deutsche Unternehmen Cargolifter wollte das bislang weltgrößte Frachtluftschiff bauen. Es sollte mit 260 Meter Länge rund 160 Tonnen Fracht transportieren, mit einer Zehn-Mann-Besatzung. 2002 ging Cargolifter pleite, seither gab es mehrere Versuche, den Plan wiederzubeleben – bislang ohne nennenswerten Erfolg.

Bei Amazon heißt es, dass bei einem Einsatz von Menschen im Lagerraum dieser Bereich dann wegen der großen Höhe als Druckkabine ausgelegt und klimatisiert sein muss. Im Lagerraum könnten Amazon-Roboter zum Einsatz kommen. 2012 kaufte der Internethändler für 775 Millionen Dollar die US-Firma Kiva Systems für einen solchen Bedarf.

Amazon möchte über dieses System eine Auslieferung „innerhalb von Minuten nach Abgabe einer Bestellung“ ermöglichen. Das fügt sich ein in die zunehmende Optimierung von Zustellzeiten, die Amazon über seinen Prime-Lieferservice in den letzten Jahren stark ausgebaut hat. So baut etwa Amazon für einige Produkte derzeit in deutschen Großstädten wie München oder Berlin bereits einen Ein-Stunden-Lieferservice aufOb und wann Amazon tatsächlich einen Lieferdienst aus riesigen schwebenden Warenlagern startet, ist dagegen noch offen. In der Patentschrift werden keine Hinweise auf erst noch zu entwickelnde Technologien gegeben.

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Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS erschienen.

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